Der letzte Gesandte Gottes · 17 Min. Lesezeit
The Last Messenger of God · 18 min read
Der letzte Gesandte Gottes · 17 دقيقة قراءة
Eine umfassende wissenschaftliche und staatsrechtliche Abhandlung über die prophetischen Beweise in den alten Schriften der Menschheit, die Psychologie des Unglaubens und die einzigartigen menschlichen, historischen und geostrategischen Qualifikationen des Propheten Muhammad ﷺ vor seiner Berufung auf Basis der Forschungen von Dr. Muhammad Elhamy.
Um das Verstehen der prophetischen Unterweisungen zu vertiefen, müssen wir ein fundamentales wissenschaftliches und rationales Prinzip voranstellen. Wenn der Quran und der Prophet Muhammad ﷺ nachdrücklich betonen, dass die Ankündigung seines Kommens in den früheren Schriften – der Tora (Al-Tawrah) und dem Evangelium (Al-Injeel) – niedergeschrieben steht, so stehen wir vor einer klaren erkenntnistheoretischen Regel: Das gewisseste, historisch am besten dokumentierte Fundament beurteilt dasjenige, das von Ungewissheit und Abweichungen durchsetzt ist (Al-Mawthuq hakimun ’ala ghayri al-mawthuq).
Der Quran wurde uns durch die höchste Stufe der wissenschaftlichen Überlieferung zuteil – den lückenlosen Massenbericht (Al-Tawatur), bei dem zu jeder Generation unzählige Gewährsleute den Wortlaut absolut identisch bewahrten. Gleiches gilt für die Sunnah des Propheten Muhammad ﷺ, deren Überlieferungsketten (Isnad) im Detail geprüft und verifiziert wurden. Im Gegensatz dazu sind die heute vorliegenden Fassungen des Alten und Neuen Testaments selbst unter westlichen Theologen und Historikern Gegenstand immenser Textkritik. Die Manuskripte weisen Tausende Varianten, spätere Einfügungen, Streichungen und Übersetzungsverschiebungen auf.
Ein verstandesbegabter Mensch, der über die meisterhafte Ehrhaftigkeit und Wahrhaftigkeit verfügt, wie sie dem Propheten Muhammad ﷺ eigen war, würde sich niemals auf eine systematische Fälschungsherausforderung gegenüber seinen schärfsten Gegnern einlassen, indem er behauptet: „Ich bin in euren eigenen Heiligen Schriften namentlich und mit meinen Eigenschaften angekündigt!“, wenn dem nicht so wäre. Hätten die jüdischen Rabbiner und christlichen Gelehrten seiner Zeit eine solche Behauptung mühelos widerlegen können, wäre die prophetische Botschaft im Keim erstickt. Dass jedoch zahlreiche jüdische Rabbiner – wie Abdullah ibn Salam (عَبْدُ اللَّهِ بْنُ سَلاَمٍ) – und christliche Mönche beim bloßen Erblicken seiner Eigenschaften sogleich den Islam annahmen, stellt einen unumstößlichen historischen Beweis dar.
Über die vergangenen vierzehn Jahrhunderte hinweg haben jüdische und christliche Apologeten erhebliche Mühen aufgewandt, um die prophetischen Beschreibungen umzudeuten oder aus den Texten zu tilgen. Dennoch sind in den überlieferten Übersetzungen bis heute markante Textstellen erhalten geblieben, die bei objektiver Betrachtung auf keinen anderen Menschen der Weltgeschichte zutreffen als auf den Propheten Muhammad ﷺ.
Das Buch Genesis (سِفْرُ التَّكْوِينِ 16:12): Dem Engel des Herrn wird gegenüber Hagar (هَاَجَرُ) bezüglich ihres Sohnes Ismael (إِسْمَاعِيلُ) verkündet:
„Er wird ein gewaltiger Mensch sein; seine Hand wird über allen sein und die Hand aller mit ihm, und vor all seinen Brüdern wird er wohnen.“
In den alten Arabischen Übersetzungen klassischer Gelehrter lautet der Wortlaut: „Sein Geschlecht wird das mächtigste aller Völker sein; seine Hand ist über allen Händen.“ In der gesamten Menschheitsgeschichte gibt es keinen einzigen historischen Augenblick, an dem die Nachkommen Ismaels – die Araber – die Weltpolitik dominierten und die damaligen Großmächte überflügelten, außer in der Epoche des Propheten Muhammad ﷺ und des von ihm begründeten Reiches.
Das Buch Haggai (سِفْرُ حَجَّاي 2:7–9): Dort spricht der Herr der Heerscharen:
„Ich werde alle Völker erschüttern, und es kommt der Ersehnte aller Völker [im hebräischen Original: Hemda / Hamada], und ich fülle dieses Haus mit Herrlichkeit… Die spätere Herrlichkeit dieses Hauses wird größer sein als die frühere, und an diesem Ort werde ich Frieden [Schalom / Islam] stiften.“
Das hebräische Wort Hemda geht auf dieselbe semitische Wurzel H-M-D zurück wie die Namen Muhammad (مُحَمَّدٌ) und Ahmad (أَحْمَدُ). Zudem existierte historisch kein Zeitpunkt, an dem die Herrlichkeit des Heiligen Hauses in Makkah (مَكَّةُ) diejenige des Tempels in Jerusalem übertraf, bis der Prophet Muhammad ﷺ erweckt wurde und das Haus der Kaaba zur globalen Gebetsrichtung (Qiblah) aller Gläubigen erhob.
Das Buch Jesaja (سِفْرُ أَشْعِيَاءَ 42:1–12):
„Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze, mein Auserwählter, an dem meine Seele Gefallen hat. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt; er wird das Recht unter die Völker bringen. Er wird nicht schreien noch rufen noch seine Stimme auf den Straßen hören lassen… Er wird nicht erlahmen und nicht zusammenbrechen, bis er auf Erden das Recht aufgerichtet hat; und die Inseln und fernen Länder warten auf sein Gesetz… Die Wüste und ihre Städte sollen ihre Stimme erheben, die Dörfer, die Qedar bewohnt! Die Bewohner von Sela sollen jubeln und von den Gipfeln der Berge rufen!“
Qedar (قِيدَارُ) ist in der Genesis ausdrücklich als der Sohn Ismaels ausgewiesen, dessen Nachkommen die Arabische Halbinsel besiedelten. Sela (جَبَلُ سَلْعٍ) ist der namentlich bekannte Berg in der Prophetenstadt Medina (الْمَدِينَةُ الْمُنَوَّرَةُ). Das Rufen von den Gipfeln der Berge beschreibt exakt den Ruf der Pilger am Tage von Arafat und den Aufruf zum Gebet (Adhan). Dieser Text schildert einen Propheten, der siegreich ein neues Gesetz (Shari’ah) etabliert und im Zustande der staatlichen Machtfülle verstirbt. Dies trifft weder auf Jesus (عِيسَى) zu – der nach christlicher Dogmatik am Kreuz starb, ohne ein weltliches Gesetz zu errichten – noch auf irgendeinen anderen israelitischen Propheten.
Genau diese Textpassage zitierte der Gefährte Abdullah ibn Amr ibn al-Aas (عَبْدُ اللَّهِ بْنُ عَمْرِو بْنِ الْعَاصِ) im Sahih al-Bukhari, als er nach der Beschreibung Muhammads in der Tora befragt wurde:
«يَا أَيُّهَا النَّبِيُّ إِنَّا أَرْسَلْنَاكَ شَاهِدًا وَمُبَشِّرًا وَنَذِيرًا وَحِرْزًا لِلْأُمِّيِّينَ، أَنْتَ عَبْدِي وَرَسُولِي، سَمَّيْتُكَ الْمُتَوَكِّلَ، لَيْسَ بِفَظٍّ وَلَا غَلِيظٍ وَلَا صَخَّابٍ فِي الْأَسْوَاقِ…» „O Prophet! Wir haben dich gesandt als Zeugen, als Bringer froher Botschaft, als Warner und als Schutz für die Schriftlosen. Du bist Mein Knecht und Mein Gesandter; Ich habe dich den Gottvertrauenden [Al-Mutawakkil] genannt. Er ist weder rau noch hartherzig noch ein Lärmender auf den Märkten…“
Das Buch Deuteronomium (سِفْرُ التَّثْنِيَةِ 33:2):
„Der Herr kam vom Sinai und ging ihnen auf von Se’ir; er leuchtete hervor vom Gebirge Paran.“
Hier werden die drei großen Epochen der göttlichen Offenbarung geographisch zusammengefasst: Der Berg Sinai steht für die Gesetzgebung Mosis (مُوسَى); Se’ir (سَعِيرٌ) bezeichnet das Gebirge in Palästina/Sham für die Botschaft Jesu; und das Gebirge Paran (فَارَانُ) ist laut Genesis 21:21 exakt jene Wüste, in der Ismael aufwuchs – das Tal von Makkah.
In den Abschiedsreden Jesu im Johannes-Evangelium (Kapitel 14 bis 16) kündigt dieser seinen Jüngern das Kommen eines nachfolgenden Beistands an:
„Dennoch sage ich euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster [griechisch: Parakletos / Periklytos] nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen öffnen über die Sünde, über die Gerechtigkeit und über das Gericht.“ (Johannes 16:7–8)
Sprachwissenschaftliche Analysen altgriechischer Texte belegen, dass der Begriff Periklytos die exakte Entsprechung des semitischen Wortes Ahmad (أَحْمَدُ – „der Vielgepriesene“) ist. Selbst wenn man bei der Übersetzung „Tröster“ oder „Beistand“ verbleibt, verkörpert dieser Gesandte eine menschliche Persönlichkeit, die nach Jesus erscheint, eine weltweite Herrschaft des Rechts aufrichtet und die Menschheit von den Sünden des Götzendienstes reinigt.
Aufgrund historischer Forschungen – unter anderem von Sheikh Safiur Rahman Mubarakpuri (صَفِيُّ الرَّحْمَنِ الْمُبَارَكْفُورِيُّ) – wissen wir, dass Gott zu allen Völkern der Erde Warner sandte (Sure Fatir: 24). In den verbliebenen Heiligen Schriften des Ostens sind bemerkenswerte prophetische Ankündigungen erhalten geblieben:
Es stellt sich die drängende Frage: Wenn die jüdischen Rabbiner und christlichen Gelehrten all diese deutlichen Zeichen in ihren Schriften besaßen und den Propheten Muhammad ﷺ anhand seiner Eigenschaften so exakt kannten „wie ihre eigenen Söhne“ (Sure Al-Baqarah: 146), warum verweigerten sie dann mehrheitlich den Glauben?
Hier treten die tiefen Abgründe der menschlichen Seele zutage. Das bloße Erkennen der Wahrheit führt im Menschen nicht zwangsläufig zum Befolgen derselben. Wie Allah im Quran offenbart: „Und er gab ihr ihre Missetat und ihre Gottesfurcht ein. Ergreifen wird das Heil, wer sie reinigt; und scheitern wird, wer sie verkommen lässt.“ (Sure Ash-Shams: 8–10).
Stammesstolz, Machtverlust und Sozialstatus: Die jüdischen Stämme in Medina – Banu Qaynuqa, Banu al-Nadir und Banu Qurayzah – besaßen in Yathrib die geistige und wirtschaftliche Vormachtstellung. Sie drohten den feindlichen arabischen Stämmen der Aus (الأَوْسُ) und Khazraj (الْخَزْرَجُ) stets mit dem Satz: „Es ist die Zeit eines Propheten gekommen, mit dem wir euch vernichten werden wie das Volk von ’Ad!“ Als der Prophet jedoch aus dem Stamm Quraish (قُرَيْشٌ) erwählt wurde und nicht aus den Kindern Israels, schlug ihre Erwartung in rassistischen Neid (Hasad) um.
Ihr Anführer Huyayy ibn Akhtab (حُيَيُّ بْنُ أَخْطَبَ) wurde von seinem Bruder Yasir befragt, nachdem dieser den Propheten ﷺ persönlich in Medina beobachtet hatte:
„Ist er es? Ist er der verheißene Prophet?“ Huyayy antwortete: „Ja, bei Allah!“ Yasir fragte: „Und wie stehst du zu ihm?“ Huyayy erwiderte voller Verbitterung: „Feindschaft gegen ihn, solange ich lebe!“
Der Wettstreit um die weltliche Führung: Gleiches widerfuhr den Götzendienern Makkahs. Abu Jahl (أَبُو جَهْلٍ) gestand offen den Grund seiner Ablehnung:
„Wir und die Söhne von Abd Manaf wetteiferten um die Ehre: Sie speisten die Speisenden, so speisten auch wir; sie trugen die Lasten, so trugen auch wir. Als wir Gleichstand erreichten wie zwei Rennpferde, sagten sie: ‘Aus uns ist ein Prophet hervorgegangen, dem die Offenbarung vom Himmel zuteilwird!’ Wie könnten wir dies jemals einholen? Bei Allah, wir werden niemals an ihn glauben!“
Das historische Zeugnis der jüdischen Siedlung in der Halbinsel: Warum lebten überhaupt jüdische Gemeinschaften in den entlegenen Oasen von Yathrib, Khaybar (خَيْبَرُ) und Tayma (تَيْمَاءُ)? Historische Quellen wie Kitab al-Amwal von Abu Ubayd al-Qasim ibn Sallam, Imta’ al-Asma’ von Al-Maqrizi und Wafa’ al-Wafa von Al-Samhoodi überliefern, dass die Juden nach der babylonischen Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezar (Bukht Nassar) in die Wüste Arabiens auswanderten. Sie suchten gezielt jene Datteloasen zwischen zwei vulkanischen Steinwüsten (Harrah) auf, die in ihren Büchern als der Fluchtort (Muhajar) des letzten Propheten beschrieben waren.
Der Vorfall mit dem Großkönig Tubba’: Im Sirah-Werk von Ibn Ishaq (ابْنُ إِسْحَاقَ) und Ibn Hisham (ابْنُ هِشَامٍ) wird berichtet, dass der jemenitische König Tubba’ (تُبَّعٌ) auf seinem Feldzug die Stadt Yathrib belagern und zerstören wollte. Da traten zwei jüdische Gelehrte von den Banu Qurayzah vor ihn und warnten ihn:
„O König! Wende dich ab von dieser Stadt! Denn wenn du auf deinem Vorhaben beharrst, wirst du daran gehindert werden. Diese Stadt ist der Auswanderungsort eines Propheten, der in den letzten Tagen aus dem Heiligen Land von Quraish hervorgehen wird.“
Tubba’ beugte sich ihrem Wissen, trat zum Monotheismus über und verfasste Gedichte, in denen er seine Gefolgschaft für den künftigen Propheten Muhammad ﷺ ausdrückte.
Die Suche von Salman al-Farsi (سَلْمَانُ الْفَارِسِيُّ): In einem authentischen Bericht schildert der Gefährte Salman al-Farsi seine jahrelange Odyssee durch die Klöster von Sham und Mesopotamien. Sein letzter christlicher Lehrer sagte ihm auf dem Sterbebett:
„O mein Sohn! Ich kenne niemanden mehr auf Erden, der auf unserem Pfad geblieben ist. Doch die Zeit eines Propheten ist nahe herangerückt. Er wird mit der Religion Abrahams in den Ländern der Araber erweckt werden und in ein Land zwischen zwei Steinwüsten auswandern, zwischen denen Dattelpalmen wachsen. Er besitzt unverkennbare Zeichen: Er isst von Almosengaben [Sadaqah] nicht, er nimmt Geschenke an, und zwischen seinen Schultern befindet sich das Siegel des Prophetentums [Khatam al-Nubuwwah]. Wenn du jenes Land erreichen kannst, so tue es!“
Betrachten wir nun das zweite zentrale Thema: Welche menschlichen, geschichtlichen und geostrategischen Qualifikationen besaß Muhammad ﷺ vor seinem 40. Lebensjahr – also vor dem Herabkommen der Offenbarung –, die ihn befähigten, die gewaltigste Umwälzung der Menschheitsgeschichte anzuführen?
Schon die Zeitgenossen Makkahs warfen aus oberflächlichem Denken heraus dieselbe Frage auf, die der Quran unsterblich festhielt:
«وَقَالُوا لَوْلَا نُزِّلَ هَذَا الْقُرْآنُ عَلَى رَجُلٍ مِنَ الْقَرْيَتَيْنِ عَظِيمٍ» „Und sie sagten: ‘Warum ist dieser Quran nicht herabgesandt worden auf einen mächtigen Mann aus den zwei Städten [Makkah oder Ta’if]?’“ (Sure Az-Zukhruf: 31)
Sie meinten damit die reichen Stammesfürsten wie Utbah ibn Rabi’ah (عُتْبَةُ بْنُ رَبِيعَةَ) in Makkah oder Urwah ibn Mas’ud al-Thaqafi (عُرْوَةُ بْنُ مَسْعُودٍ الثَّقَفِيُّ) in Ta’if. Sie maßen Führung an weltlichem Reichtum und Palästen. Die Antwort Gottes wies diese menschliche Anmaßung zurück:
«أَهُمْ يَقْسِمُونَ رَحْمَتَ رَبِّكَ» „Teilen sie etwa die Barmherzigkeit deines Herrn aus?“ (Sure Az-Zukhruf: 32) «اللَّهُ أَعْلَمُ حَيْثُ يَجْعَلُ رِسَالَتَهُ» „Allah weiß am besten, wohin Er Seine Botschaft legt.“ (Sure Al-An’am: 124)
Dies erinnert an die Geschichte von Talut (طَالُوتُ – Saul) im Alten Testament. Als das Volk Israel von einem König verlangte, um im Wege Gottes zu kämpfen, und Allah den verarmten Talut erwählte, protestierten sie: „Wie kann ihm die Herrschaft über uns zustehen, wo wir doch eher ein Anrecht auf die Herrschaft haben als er und ihm kein Wohlstand gegeben ist?“ Ihr Prophet antwortete: „Allah hat ihn vor euch auserwählt und ihm ein Reichliches an Wissen und Körperkraft verliehen.“ Sobald Talut die Führung übernahm, reichten ihm 300 standhafte Männer, um das Land zu befreien.
Wenn wir die ersten vierzig Lebensjahre Muhammads ﷺ analysieren, erkennen wir, dass jedes Detail seines Lebens eine göttlich gefügte Vorbereitung für das Prophetentum darstellte:
Der makellose adlige Stammbaum (Sareeh al-Nasab): Muhammad ﷺ entstammte der edelsten Linie des arabischen Kontinents: Muhammad ibn Abdillah ibn Abd al-Muttalib ibn Hashim ibn Abd Manaf ibn Qusay ibn Kilab. Qusay ibn Kilab (قُصَيُّ بْنُ كِلَابٍ) war der historische Begründer des makkanischen Staates und Verfasser seiner Verfassung (Tränkung der Pilger, Senatsversammlung im Dar al-Nadwah, Führung im Krieg).
Als der byzantinische Kaiser Heraclius (هِرَقْلُ) den damaligen Kafir Abu Sufyan (أَبُو سُفْيَانَ) in Jerusalem über Muhammad befragte: „Wie ist seine Abstammung unter euch?“, antwortete Abu Sufyan: „Er ist unter uns von edlem Stamm.“ Heraclius bemerkte treffend: „Gleichermaßen werden die Propheten nur im edlen Hause ihres Volkes erweckt.“
Soziologisch besitzt dies zwei Ursachen:
Die Geburt in der Metropole Makkah (Umm al-Qura / أُمُّ الْقُرَى): Makkah war das unbestrittene religiöse, wirtschaftliche und diplomatische Zentrum der halbinselweiten Araber. Wäre Muhammad ﷺ in einer peripheren Provinz wie Aswan, Sinai oder Matrouh geboren worden, hätten die stolzen arabischen Stämme seine Autorisierung niemals anerkannt.
Beim Verfassungsgespräch in der Saqifah Bani Sa’idah (سَقِيفَةُ بَنِي سَاعِدَةَ) nach dem Tod des Propheten bestätigte Abu Bakr al-Siddiq (أَبُو بَكْرٍ الصِّدِّيقُ) dieses Gesetz: „Die Araber fügen sich in der Führung nur diesem Stamm aus Quraish.“
Das Geburtsjahr im Jahr des Elefanten (Am al-Fil / عَامُ الْفِيلِ): Das Jahr 570 n.Chr. war der Wendepunkt der arabischen Geschichte. Der christlich-abessinische Herrscher Abraha al-Ashram (أَبْرَهَةُ الأَشْرَمُ) marschierte mit einer Elefantenarmee ein, um die Kaaba zu zerstören. Als die Araber kampflos in die Berge flüchteten und Abdul Muttalib sprach: „Das Haus hat einen Herrn, der es beschützen wird!“, vernichtete Allah die Angreifer durch die Vögel (Ababil).
Die Geburt Muhammads exakt 50 Tage nach diesem welterschütternden Wunder verknüpfte sein Werden im Bewusstsein aller Araber mit dem göttlichen Schutz Makkahs. Die spätere Sure Al-Fil erinnerte das gesamte Volk an ihre absolute Machtlosigkeit in jenem Jahr.
Die bewegende Familiengeschichte des Vaters Abdullah: Der Vater des Propheten, Abdullah (عَبْدُ اللَّهِ), war der Lieblingssohn Abdul Muttalibs. Als dieser am Zamzam-Brunnen gelobte, einen seiner zehn Söhne zu opfern, fiel das Los wiederholt auf Abdullah. Erst die Auslösung durch das Schlachten von 100 (bzw. 300) Kamelen rettete sein Leben. Kurz nach seiner Hochzeit mit Amina bint Wahb (آمِنَةُ بِنْتُ وَهْبٍ) verstarb Abdullah auf einer Handelsreise in Yathrib.
Diese dramatische Vorgeschichte machte das Schicksal des elternlosen Waisenknaben Muhammad zu einem Thema allgemeiner Empathie und Ehrfurcht in ganz Makkah.
Göttliche Segnungen in Kindheit und Jugend: Bei seiner Pflegemutter Halimah al-Sa’diyyah (حَلِيمَةُ السَّعْدِيَّةُ) in der Wüste erlernte er das reinste Arabisch. Schon als Knaben umgab ihn eine spürbare Segensfülle (Barakah). Sein Großvater Abdul Muttalib verbot allen Söhnen, sich auf seinen Ehrenplatz an der Kaaba zu setzen – außer dem jungen Muhammad, über den er sagte: „Lasst meinen Enkel, denn bei Allah, er wird eine gewaltige Stellung einnehmen!“
Die Schafzucht als Pädagogikschule für Propheten (R’ay al-Ghanam): Der Prophet Muhammad ﷺ sagte in einem authentischen Hadith:
«مَا بَعَثَ اللَّهُ نَبِيًّا إِلَّا رَعَى الْغَنَمَ» „Keinen Propheten hat Allah erweckt, ohne dass er Schafe hütete.“
Die Schafzucht unterscheidet sich grundlegend von der Rinder- oder Kamelzucht: Schafe sind schwache, schutzlose und flatterhafte Geschöpfe. Der Hirte muss unendliche Geduld aufbringen, das Wohl der Herde suchen, verirrte Tiere behutsam zurückholen und sie vor Wölfen schützen. Diese Arbeit schult den Geist in Einsamkeit, Reflexion, Geduld und Fürsorge – exakt jene Qualifikationen, die zur Führung von Menschenseelen vonnöten sind.
Keuschheit, Integrität und gesellschaftliche Weisheit:
Das unanfechtbare Glaubwürdigkeitsargument (Al-Sadiq al-Amin): Als Kaufmann im Dienst Khadijahs (خَدِيجَةُ بِنْتُ خُوَيْلِدٍ) erwarb er durch makellose Ehrlichkeit und enormen wirtschaftlichen Erfolg den Ehrentitel Al-Sadiq al-Amin (الصَّادِقُ الأَمِينُ – Der Wahrhaftige, der Vertrauenswürdige).
Als der Befehl zur öffentlichen Verkündung erging, stieg er auf den Hügel Al-Safa (جَبَلُ الصَّفَا) und rief die Sippen Quraishs zusammen:
„Was meint ihr: Wenn ich euch berichtete, dass feindliche Reiter hinter diesem Tal stehen, um euch zu überfallen – würdet ihr mir glauben?“ Sie antworteten wie aus einem Munde: „Ja! Wir haben noch nie eine einzige Lüge von dir erfahren!“ Er sprach: „So bin ich euch ein Warner vor einem strengen Gericht!“
Der Quran fasste dieses argumentative Fundament in einen einzigen, unumstößlichen Vers:
«فَقَدْ لَبِثْتُ فِيكُمْ عُمُرًا مِنْ قَبْلِهِ أَفَلَا تَعْقِلُونَ» „Ich habe doch bereits ein Leben lang [40 Jahre] vor ihm unter euch geweilt. Begreift ihr denn nicht?“ (Sure Yunus: 16)
Jedes Jahr, jede Eigenschaft und jedes Ereignis der ersten vierzig Lebensjahre Muhammads ﷺ bildeten somit das makellose, göttlich gefügte Fundament für den Erwecker der Menschheit und das Siegel aller Propheten.
A comprehensive scientific and constitutional treatise on the prophetic evidences in the ancient scriptures of humanity, the psychology of disbelief, and the unique human, historical, and geostrategic qualifications of the Prophet Muhammad ﷺ prior to his calling, based on the research of Dr. Muhammad Elhamy.
To deepen our understanding of the prophetic teachings, we must preface our study with a fundamental scientific and rational principle. When the Quran and the Prophet Muhammad ﷺ emphatically stress that the announcement of his coming is written in the earlier scriptures—the Torah (Al-Tawrah) and the Gospel (Al-Injeel)—we face a clear epistemological rule: The most certain, historically best-documented foundation passes judgment on that which is permeated by uncertainty and deviations (Al-Mawthuq hakimun ’ala ghayri al-mawthuq).
The Quran was delivered to us through the highest degree of scientific transmission—uninterrupted mass transmission (Al-Tawatur), in which countlessly many trustworthy transmitters preserved the exact wording identically across every generation. The same applies to the Sunnah of the Prophet Muhammad ﷺ, whose chains of transmission (Isnad) were examined and verified in detail. In contrast, the currently available versions of the Old and New Testaments are subject to immense textual criticism even among Western theologians and historians. The manuscripts exhibit thousands of variants, later interpolations, deletions, and translation shifts.
A rational person who possesses the masterful honor and truthfulness characteristic of the Prophet Muhammad ﷺ would never engage in a systematic challenge regarding forgery against his sharpest opponents by claiming: “I am announced in your own Holy Scriptures by name and with my characteristics!”, if that were not the case. Had the Jewish rabbis and Christian scholars of his time been able to effortlessly refute such a claim, the prophetic message would have been nipped in the bud. However, the fact that numerous Jewish rabbis—such as Abdullah ibn Salam (عَبْدُ اللَّهِ بْنُ سَلاَمٍ)—and Christian monks accepted Islam immediately upon merely beholding his characteristics constitutes an irrefutable historical proof.
Over the past fourteen centuries, Jewish and Christian apologists have expended considerable efforts to reinterpret the prophetic descriptions or erase them from the texts. Nevertheless, in the surviving translations down to this day, striking textual passages have been preserved that, upon objective examination, apply to no other human being in world history than the Prophet Muhammad ﷺ.
The Book of Genesis (سِفْرُ التَّكْوِينِ 16:12): The angel of the Lord proclaims to Hagar (هَاَجَرُ) concerning her son Ishmael (إِسْمَاعِيلُ): “He will be a wild/mighty man; his hand will be over all, and the hand of all with him, and before all his brothers he shall dwell.” In the ancient Arabic translations of classical scholars, the text reads: “His lineage shall be the most powerful of all nations; his hand is above all hands.” In the entire history of humanity, there is not a single historical moment in which the descendants of Ishmael—the Arabs—dominated world politics and surpassed the superpowers of the time, except in the era of the Prophet Muhammad ﷺ and the empire founded by him.
The Book of Haggai (سِفْرُ حَجَّاي 2:7–9): There, the Lord of Hosts speaks: “I will shake all nations, and the Desired of all nations shall come [in the Hebrew original: Hemda / Hamada], and I will fill this house with glory… The later glory of this house shall be greater than the former, and in this place I will give peace [Shalom / Islam].” The Hebrew word Hemda derives from the same Semitic root H-M-D as the names Muhammad (مُحَمَّدٌ) and Ahmad (أَحْمَدُ). Furthermore, historically there existed no point in time when the glory of the Holy House in Makkah (مَكَّةُ) surpassed that of the Temple in Jerusalem until the Prophet Muhammad ﷺ was raised up and elevated the House of the Kaaba as the global direction of prayer (Qiblah) for all believers.
The Book of Isaiah (سِفْرُ أَشْعِيَاءَ 42:1–12): “Behold My Servant, whom I uphold; My Chosen One, in whom My soul delights. I have put My Spirit upon him; he will bring forth justice to the nations. He will not cry out or raise his voice, nor make his voice heard in the streets… He will not falter or be crushed until he has established justice on earth; and the islands and distant lands wait for his law… Let the wilderness and its cities lift up their voice, the villages where Qedar dwells! Let the inhabitants of Sela sing for joy, and shout from the tops of the mountains!”
Qedar (قِيدَارُ) is explicitly designated in Genesis as the son of Ishmael, whose descendants settled the Arabian Peninsula. Sela (جَبَلُ سَلْعٍ) is the well-known mountain in the Prophet’s city of Medina (الْمَدِينَةُ الْمُنَوَّرَةُ). The shouting from the tops of the mountains describes exactly the call of the pilgrims on the Day of Arafat and the call to prayer (Adhan). This text portrays a Prophet who victoriously establishes a new law (Shari’ah) and passes away in a state of full state power. This applies neither to Jesus (عِيسَى)—who according to Christian dogmatics died on the cross without establishing a worldly law—nor to any other Israelite prophet.
Exactly this textual passage was cited by the companion Abdullah ibn Amr ibn al-Aas (عَبْدُ اللَّهِ بْنُ عَمْرِو بْنِ الْعَاصِ) in Sahih al-Bukhari, when he was asked about the description of Muhammad in the Torah: «يَا أَيُّهَا النَّبِيُّ إِنَّا أَرْسَلْنَاكَ شَاهِدًا وَمُبَشِّرًا وَنَذِيرًا وَحِرْزًا لِلْأُمِّيِّينَ، أَنْتَ عَبْدِي وَرَسُولِي، سَمَّيْتُكَ الْمُتَوَكِّلَ، لَيْسَ بِفَظٍّ وَلَا غَلِيظٍ وَلَا صَخَّابٍ فِي الْأَسْوَاقِ…» “O Prophet! We have sent you as a witness, a bearer of glad tidings, a warner, and a sanctuary for the unlettered. You are My servant and My messenger; I have named you the Trusting One [Al-Mutawakkil]. He is neither harsh, nor hard-hearted, nor a noise-maker in the marketplaces…”
In the farewell discourses of Jesus in the Gospel of John (chapters 14 to 16), he announces to his disciples the coming of a succeeding advocate/comforter:
“Nevertheless, I tell you the truth: it is to your advantage that I go away. For if I do not go away, the Comforter [Greek: Parakletos / Periklytos] will not come to you. But if I go, I will send him to you. And when he comes, he will convict the world concerning sin and righteousness and judgment.” (John 16:7–8)
Linguistic analyses of Ancient Greek texts demonstrate that the term Periklytos is the exact equivalent of the Semitic word Ahmad (أَحْمَدُ – “the Much-Praised”). Even if one remains with the translation “Comforter” or “Advocate”, this Messenger embodies a human personality who appears after Jesus, establishes a worldwide rule of law, and cleanses humanity from the sins of idolatry.
Based on historical research—including by Sheikh Safiur Rahman Mubarakpuri (صَفِيُّ الرَّحْمَنِ الْمُبَارَكْفُورِيُّ)—we know that God sent warners to all nations of the earth (Surah Fatir: 24). In the remaining Holy Scriptures of the East, remarkable prophetic announcements have been preserved:
The pressing question arises: If the Jewish rabbis and Christian scholars possessed all these clear signs in their scriptures and knew the Prophet Muhammad ﷺ by his traits as precisely “as their own sons” (Surah Al-Baqarah: 146), why then did the majority refuse to believe?
Here the deep abysses of the human soul come to light. Mere recognition of the truth does not inevitably lead a person to follow it. As Allah reveals in the Quran: “And He inspired it with its wickedness and its righteousness. He has succeeded who purifies it, and he has failed who instills it with corruption.” (Surah Ash-Shams: 8–10).
Their leader Huyayy ibn Akhtab (حُيَيُّ بْنُ أَخْطَبَ) was questioned by his brother Yasir after the latter had personally observed the Prophet ﷺ in Medina: “Is it him? Is he the promised Prophet?” Huyayy answered: “Yes, by Allah!” Yasir asked: “And where do you stand regarding him?” Huyayy replied full of bitterness: “Enmity against him, as long as I live!”
The Contest for Worldly Leadership: The same befell the idolaters of Makkah. Abu Jahl (أَبُو جَهْلٍ) openly confessed the reason for his rejection: “We and the sons of Abd Manaf competed for honor: They fed the hungry, so we fed them too; they bore burdens, so we bore burdens too. When we reached equal standing like two racehorses, they said: ‘From us a Prophet has arisen to whom revelation comes from heaven!’ How could we ever catch up to this? By Allah, we will never believe in him!”
The Historical Testimony of Jewish Settlement in the Peninsula: Why did Jewish communities live in the remote oases of Yathrib, Khaybar (خَيْبَرُ), and Tayma (تَيْمَاءُ) in the first place? Historical sources such as Kitab al-Amwal by Abu Ubayd al-Qasim ibn Sallam, Imta’ al-Asma’ by Al-Maqrizi, and Wafa’ al-Wafa by Al-Samhoodi report that after the Babylonian destruction of Jerusalem by Nebuchadnezzar (Bukht Nassar), Jews emigrated into the desert of Arabia. They specifically sought out those date oases located between two volcanic lava fields (Harrah), which were described in their books as the place of migration (Muhajar) of the last Prophet.
The Incident with High King Tubba’: In the Sirah work of Ibn Ishaq (ابْنُ إِسْحَاقَ) and Ibn Hisham (ابْنُ هِشَامٍ), it is reported that the Yemeni king Tubba’ (تُبَّعٌ) intended to besiege and destroy the city of Yathrib during his campaign. Thereupon, two Jewish scholars from Banu Qurayzah stepped before him and warned him: “O King! Turn away from this city! For if you persist in your endeavor, you will be prevented from it. This city is the place of migration of a Prophet who will emerge from Quraish in the Holy Land in the last days.” Tubba’ bowed to their knowledge, converted to monotheism, and composed poems expressing his allegiance to the future Prophet Muhammad ﷺ.
The Search of Salman al-Farsi (سَلْمَانُ الْفَارِسِيُّ): In an authentic report, the companion Salman al-Farsi describes his years-long odyssey through the monasteries of Sham and Mesopotamia. His last Christian teacher told him on his deathbed: “O my son! I no longer know anyone on earth who has remained upon our path. But the time of a Prophet has drawn near. He will be raised with the religion of Abraham in the lands of the Arabs and will migrate to a land between two lava fields, between which date palms grow. He possesses unmistakable signs: He does not eat from charity [Sadaqah], he accepts gifts, and between his shoulders is the Seal of Prophethood [Khatam al-Nubuwwah]. If you are able to reach that land, then do so!”
Let us now consider the second central theme: What human, historical, and geostrategic qualifications did Muhammad ﷺ possess before his 40th year of life—that is, prior to the descent of revelation—that enabled him to lead the greatest transformation in human history?
Even the contemporaries of Makkah raised out of superficial thinking the very same question that the Quran immortally recorded:
«وَقَالُوا لَوْلَا نُزِّلَ هَذَا الْقُرْآنُ عَلَى رَجُلٍ مِنَ الْقَرْيَتَيْنِ عَظِيمٍ» “And they said: ‘Why was this Quran not sent down upon a great man from the two cities [Makkah or Ta’if]?’” (Surah Az-Zukhruf: 31)
By this they meant wealthy tribal chieftains such as Utbah ibn Rabi’ah (عُتْبَةُ بْنُ رَبِيعَةَ) in Makkah or Urwah ibn Mas’ud al-Thaqafi (عُرْوَةُ بْنُ مَسْعُودٍ الثَّقَفِيُّ) in Ta’if. They measured leadership by worldly wealth and palaces. God’s response rejected this human presumption:
«أَهُمْ يَقْسِمُونَ رَحْمَتَ رَبِّكَ» “Do they distribute the mercy of your Lord?” (Surah Az-Zukhruf: 32)
«اللَّهُ أَعْلَمُ حَيْثُ يَجْعَلُ رِسَالَتَهُ» “Allah knows best where to place His message.” (Surah Al-An’am: 124)
This recalls the story of Talut (طَالُوتُ – Saul) in the Old Testament. When the people of Israel demanded a king to fight in the cause of God, and Allah chose the impoverished Talut, they protested: “How can kingship belong to him over us when we are more entitled to kingship than he, and he has not been given abundance of wealth?” Their Prophet answered: “Allah has chosen him over you and increased him abundantly in knowledge and stature.” As soon as Talut assumed leadership, 300 steadfast men sufficed him to liberate the land.
When we analyze the first forty years of Muhammad’s ﷺ life, we recognize that every detail of his life represented a divinely ordained preparation for prophethood:
When the Byzantine Emperor Heraclius (هِرَقْلُ) questioned the then-pagan Abu Sufyan (أَبُو سُفْيَانَ) in Jerusalem concerning Muhammad: “How is his lineage among you?”, Abu Sufyan answered: “He is among us of noble lineage.” Heraclius astutely remarked: “Likewise, prophets are raised only in the noble house of their people.”
Sociologically, this possesses two causes:
During the constitutional discussion in the Saqifah Bani Sa’idah (سَقِيفَةُ بَنِي سَاعِدَةَ) after the death of the Prophet, Abu Bakr al-Siddiq (أَبُو بَكْرٍ الصِّدِّيقُ) confirmed this law: “The Arabs yield in leadership only to this tribe of Quraish.”
The birth of Muhammad exactly 50 days after this world-shaking miracle linked his coming in the consciousness of all Arabs with the divine protection of Makkah. The later Surah Al-Fil reminded the entire nation of their absolute helplessness in that year.
This dramatic backstory made the fate of the fatherless orphan boy Muhammad a subject of universal empathy and reverence throughout Makkah.
Divine Blessings in Childhood and Youth: With his foster mother Halimah al-Sa’diyyah (حَلِيمَةُ السَّعْدِيَّةُ) in the desert, he learned the purest Arabic. Even as a young boy, a tangible abundance of blessing (Barakah) surrounded him. His grandfather Abdul Muttalib forbade all his sons from sitting on his seat of honor at the Kaaba—except the young Muhammad, about whom he said: “Leave my grandson, for by Allah, he will attain a mighty status!”
Shepherding as a Pedagogical School for Prophets (R’ay al-Ghanam): The Prophet Muhammad ﷺ said in an authentic Hadith: «مَا بَعَثَ اللَّهُ نَبِيًّا إِلَّا رَعَى الْغَنَمَ» “Allah raised no prophet without him having shepherded sheep.”
Shepherding differs fundamentally from cattle or camel herding: Sheep are weak, defenseless, and skittish creatures. The shepherd must exercise infinite patience, seek the welfare of the flock, gently retrieve stray animals, and protect them from wolves. This work trains the mind in solitude, reflection, patience, and care—precisely those qualifications necessary for leading human souls.
When the command for public proclamation went forth, he ascended the hill of Al-Safa (جَبَلُ الصَّفَا) and called together the clans of Quraish: “What do you think: If I were to inform you that enemy horsemen are behind this valley about to raid you—would you believe me?” They answered as with one voice: “Yes! We have never experienced a single lie from you!” He said: “Then I am to you a warner before a severe punishment!”
The Quran summarized this argumentative foundation into a single, unshakeable verse:
«فَقَدْ لَبِثْتُ فِيكُمْ عُمُرًا مِنْ قَبْلِهِ أَفَلَا تَعْقِلُونَ» “I have already dwelled among you a lifetime [40 years] before it. Do you not then understand?” (Surah Yunus: 16)
Every year, every characteristic, and every event of the first forty years of Muhammad’s ﷺ life thus formed the flawless, divinely ordained foundation for the awakener of humanity and the Seal of all Prophets.
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Eine umfassende wissenschaftliche und staatsrechtliche Abhandlung über die prophetischen Beweise in den alten Schriften der Menschheit, die Psychologie des Unglaubens und die einzigartigen menschlichen, historischen und geostrategischen Qualifikationen des Propheten Muhammad ﷺ vor seiner Berufung auf Basis der Forschungen von Dr. Muhammad Elhamy.
Um das Verstehen der prophetischen Unterweisungen zu vertiefen, müssen wir ein fundamentales wissenschaftliches und rationales Prinzip voranstellen. Wenn der Quran und der Prophet Muhammad ﷺ nachdrücklich betonen, dass die Ankündigung seines Kommens in den früheren Schriften – der Tora (Al-Tawrah) und dem Evangelium (Al-Injeel) – niedergeschrieben steht, so stehen wir vor einer klaren erkenntnistheoretischen Regel: Das gewisseste, historisch am besten dokumentierte Fundament beurteilt dasjenige, das von Ungewissheit und Abweichungen durchsetzt ist (Al-Mawthuq hakimun ’ala ghayri al-mawthuq).
Der Quran wurde uns durch die höchste Stufe der wissenschaftlichen Überlieferung zuteil – den lückenlosen Massenbericht (Al-Tawatur), bei dem zu jeder Generation unzählige Gewährsleute den Wortlaut absolut identisch bewahrten. Gleiches gilt für die Sunnah des Propheten Muhammad ﷺ, deren Überlieferungsketten (Isnad) im Detail geprüft und verifiziert wurden. Im Gegensatz dazu sind die heute vorliegenden Fassungen des Alten und Neuen Testaments selbst unter westlichen Theologen und Historikern Gegenstand immenser Textkritik. Die Manuskripte weisen Tausende Varianten, spätere Einfügungen, Streichungen und Übersetzungsverschiebungen auf.
Ein verstandesbegabter Mensch, der über die meisterhafte Ehrhaftigkeit und Wahrhaftigkeit verfügt, wie sie dem Propheten Muhammad ﷺ eigen war, würde sich niemals auf eine systematische Fälschungsherausforderung gegenüber seinen schärfsten Gegnern einlassen, indem er behauptet: „Ich bin in euren eigenen Heiligen Schriften namentlich und mit meinen Eigenschaften angekündigt!“, wenn dem nicht so wäre. Hätten die jüdischen Rabbiner und christlichen Gelehrten seiner Zeit eine solche Behauptung mühelos widerlegen können, wäre die prophetische Botschaft im Keim erstickt. Dass jedoch zahlreiche jüdische Rabbiner – wie Abdullah ibn Salam (عَبْدُ اللَّهِ بْنُ سَلاَمٍ) – und christliche Mönche beim bloßen Erblicken seiner Eigenschaften sogleich den Islam annahmen, stellt einen unumstößlichen historischen Beweis dar.
Über die vergangenen vierzehn Jahrhunderte hinweg haben jüdische und christliche Apologeten erhebliche Mühen aufgewandt, um die prophetischen Beschreibungen umzudeuten oder aus den Texten zu tilgen. Dennoch sind in den überlieferten Übersetzungen bis heute markante Textstellen erhalten geblieben, die bei objektiver Betrachtung auf keinen anderen Menschen der Weltgeschichte zutreffen als auf den Propheten Muhammad ﷺ.
Das Buch Genesis (سِفْرُ التَّكْوِينِ 16:12): Dem Engel des Herrn wird gegenüber Hagar (هَاَجَرُ) bezüglich ihres Sohnes Ismael (إِسْمَاعِيلُ) verkündet:
„Er wird ein gewaltiger Mensch sein; seine Hand wird über allen sein und die Hand aller mit ihm, und vor all seinen Brüdern wird er wohnen.“
In den alten Arabischen Übersetzungen klassischer Gelehrter lautet der Wortlaut: „Sein Geschlecht wird das mächtigste aller Völker sein; seine Hand ist über allen Händen.“ In der gesamten Menschheitsgeschichte gibt es keinen einzigen historischen Augenblick, an dem die Nachkommen Ismaels – die Araber – die Weltpolitik dominierten und die damaligen Großmächte überflügelten, außer in der Epoche des Propheten Muhammad ﷺ und des von ihm begründeten Reiches.
Das Buch Haggai (سِفْرُ حَجَّاي 2:7–9): Dort spricht der Herr der Heerscharen:
„Ich werde alle Völker erschüttern, und es kommt der Ersehnte aller Völker [im hebräischen Original: Hemda / Hamada], und ich fülle dieses Haus mit Herrlichkeit… Die spätere Herrlichkeit dieses Hauses wird größer sein als die frühere, und an diesem Ort werde ich Frieden [Schalom / Islam] stiften.“
Das hebräische Wort Hemda geht auf dieselbe semitische Wurzel H-M-D zurück wie die Namen Muhammad (مُحَمَّدٌ) und Ahmad (أَحْمَدُ). Zudem existierte historisch kein Zeitpunkt, an dem die Herrlichkeit des Heiligen Hauses in Makkah (مَكَّةُ) diejenige des Tempels in Jerusalem übertraf, bis der Prophet Muhammad ﷺ erweckt wurde und das Haus der Kaaba zur globalen Gebetsrichtung (Qiblah) aller Gläubigen erhob.
Das Buch Jesaja (سِفْرُ أَشْعِيَاءَ 42:1–12):
„Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze, mein Auserwählter, an dem meine Seele Gefallen hat. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt; er wird das Recht unter die Völker bringen. Er wird nicht schreien noch rufen noch seine Stimme auf den Straßen hören lassen… Er wird nicht erlahmen und nicht zusammenbrechen, bis er auf Erden das Recht aufgerichtet hat; und die Inseln und fernen Länder warten auf sein Gesetz… Die Wüste und ihre Städte sollen ihre Stimme erheben, die Dörfer, die Qedar bewohnt! Die Bewohner von Sela sollen jubeln und von den Gipfeln der Berge rufen!“
Qedar (قِيدَارُ) ist in der Genesis ausdrücklich als der Sohn Ismaels ausgewiesen, dessen Nachkommen die Arabische Halbinsel besiedelten. Sela (جَبَلُ سَلْعٍ) ist der namentlich bekannte Berg in der Prophetenstadt Medina (الْمَدِينَةُ الْمُنَوَّرَةُ). Das Rufen von den Gipfeln der Berge beschreibt exakt den Ruf der Pilger am Tage von Arafat und den Aufruf zum Gebet (Adhan). Dieser Text schildert einen Propheten, der siegreich ein neues Gesetz (Shari’ah) etabliert und im Zustande der staatlichen Machtfülle verstirbt. Dies trifft weder auf Jesus (عِيسَى) zu – der nach christlicher Dogmatik am Kreuz starb, ohne ein weltliches Gesetz zu errichten – noch auf irgendeinen anderen israelitischen Propheten.
Genau diese Textpassage zitierte der Gefährte Abdullah ibn Amr ibn al-Aas (عَبْدُ اللَّهِ بْنُ عَمْرِو بْنِ الْعَاصِ) im Sahih al-Bukhari, als er nach der Beschreibung Muhammads in der Tora befragt wurde:
«يَا أَيُّهَا النَّبِيُّ إِنَّا أَرْسَلْنَاكَ شَاهِدًا وَمُبَشِّرًا وَنَذِيرًا وَحِرْزًا لِلْأُمِّيِّينَ، أَنْتَ عَبْدِي وَرَسُولِي، سَمَّيْتُكَ الْمُتَوَكِّلَ، لَيْسَ بِفَظٍّ وَلَا غَلِيظٍ وَلَا صَخَّابٍ فِي الْأَسْوَاقِ…» „O Prophet! Wir haben dich gesandt als Zeugen, als Bringer froher Botschaft, als Warner und als Schutz für die Schriftlosen. Du bist Mein Knecht und Mein Gesandter; Ich habe dich den Gottvertrauenden [Al-Mutawakkil] genannt. Er ist weder rau noch hartherzig noch ein Lärmender auf den Märkten…“
Das Buch Deuteronomium (سِفْرُ التَّثْنِيَةِ 33:2):
„Der Herr kam vom Sinai und ging ihnen auf von Se’ir; er leuchtete hervor vom Gebirge Paran.“
Hier werden die drei großen Epochen der göttlichen Offenbarung geographisch zusammengefasst: Der Berg Sinai steht für die Gesetzgebung Mosis (مُوسَى); Se’ir (سَعِيرٌ) bezeichnet das Gebirge in Palästina/Sham für die Botschaft Jesu; und das Gebirge Paran (فَارَانُ) ist laut Genesis 21:21 exakt jene Wüste, in der Ismael aufwuchs – das Tal von Makkah.
In den Abschiedsreden Jesu im Johannes-Evangelium (Kapitel 14 bis 16) kündigt dieser seinen Jüngern das Kommen eines nachfolgenden Beistands an:
„Dennoch sage ich euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster [griechisch: Parakletos / Periklytos] nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen öffnen über die Sünde, über die Gerechtigkeit und über das Gericht.“ (Johannes 16:7–8)
Sprachwissenschaftliche Analysen altgriechischer Texte belegen, dass der Begriff Periklytos die exakte Entsprechung des semitischen Wortes Ahmad (أَحْمَدُ – „der Vielgepriesene“) ist. Selbst wenn man bei der Übersetzung „Tröster“ oder „Beistand“ verbleibt, verkörpert dieser Gesandte eine menschliche Persönlichkeit, die nach Jesus erscheint, eine weltweite Herrschaft des Rechts aufrichtet und die Menschheit von den Sünden des Götzendienstes reinigt.
Aufgrund historischer Forschungen – unter anderem von Sheikh Safiur Rahman Mubarakpuri (صَفِيُّ الرَّحْمَنِ الْمُبَارَكْفُورِيُّ) – wissen wir, dass Gott zu allen Völkern der Erde Warner sandte (Sure Fatir: 24). In den verbliebenen Heiligen Schriften des Ostens sind bemerkenswerte prophetische Ankündigungen erhalten geblieben:
Es stellt sich die drängende Frage: Wenn die jüdischen Rabbiner und christlichen Gelehrten all diese deutlichen Zeichen in ihren Schriften besaßen und den Propheten Muhammad ﷺ anhand seiner Eigenschaften so exakt kannten „wie ihre eigenen Söhne“ (Sure Al-Baqarah: 146), warum verweigerten sie dann mehrheitlich den Glauben?
Hier treten die tiefen Abgründe der menschlichen Seele zutage. Das bloße Erkennen der Wahrheit führt im Menschen nicht zwangsläufig zum Befolgen derselben. Wie Allah im Quran offenbart: „Und er gab ihr ihre Missetat und ihre Gottesfurcht ein. Ergreifen wird das Heil, wer sie reinigt; und scheitern wird, wer sie verkommen lässt.“ (Sure Ash-Shams: 8–10).
Stammesstolz, Machtverlust und Sozialstatus: Die jüdischen Stämme in Medina – Banu Qaynuqa, Banu al-Nadir und Banu Qurayzah – besaßen in Yathrib die geistige und wirtschaftliche Vormachtstellung. Sie drohten den feindlichen arabischen Stämmen der Aus (الأَوْسُ) und Khazraj (الْخَزْرَجُ) stets mit dem Satz: „Es ist die Zeit eines Propheten gekommen, mit dem wir euch vernichten werden wie das Volk von ’Ad!“ Als der Prophet jedoch aus dem Stamm Quraish (قُرَيْشٌ) erwählt wurde und nicht aus den Kindern Israels, schlug ihre Erwartung in rassistischen Neid (Hasad) um.
Ihr Anführer Huyayy ibn Akhtab (حُيَيُّ بْنُ أَخْطَبَ) wurde von seinem Bruder Yasir befragt, nachdem dieser den Propheten ﷺ persönlich in Medina beobachtet hatte:
„Ist er es? Ist er der verheißene Prophet?“ Huyayy antwortete: „Ja, bei Allah!“ Yasir fragte: „Und wie stehst du zu ihm?“ Huyayy erwiderte voller Verbitterung: „Feindschaft gegen ihn, solange ich lebe!“
Der Wettstreit um die weltliche Führung: Gleiches widerfuhr den Götzendienern Makkahs. Abu Jahl (أَبُو جَهْلٍ) gestand offen den Grund seiner Ablehnung:
„Wir und die Söhne von Abd Manaf wetteiferten um die Ehre: Sie speisten die Speisenden, so speisten auch wir; sie trugen die Lasten, so trugen auch wir. Als wir Gleichstand erreichten wie zwei Rennpferde, sagten sie: ‘Aus uns ist ein Prophet hervorgegangen, dem die Offenbarung vom Himmel zuteilwird!’ Wie könnten wir dies jemals einholen? Bei Allah, wir werden niemals an ihn glauben!“
Das historische Zeugnis der jüdischen Siedlung in der Halbinsel: Warum lebten überhaupt jüdische Gemeinschaften in den entlegenen Oasen von Yathrib, Khaybar (خَيْبَرُ) und Tayma (تَيْمَاءُ)? Historische Quellen wie Kitab al-Amwal von Abu Ubayd al-Qasim ibn Sallam, Imta’ al-Asma’ von Al-Maqrizi und Wafa’ al-Wafa von Al-Samhoodi überliefern, dass die Juden nach der babylonischen Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezar (Bukht Nassar) in die Wüste Arabiens auswanderten. Sie suchten gezielt jene Datteloasen zwischen zwei vulkanischen Steinwüsten (Harrah) auf, die in ihren Büchern als der Fluchtort (Muhajar) des letzten Propheten beschrieben waren.
Der Vorfall mit dem Großkönig Tubba’: Im Sirah-Werk von Ibn Ishaq (ابْنُ إِسْحَاقَ) und Ibn Hisham (ابْنُ هِشَامٍ) wird berichtet, dass der jemenitische König Tubba’ (تُبَّعٌ) auf seinem Feldzug die Stadt Yathrib belagern und zerstören wollte. Da traten zwei jüdische Gelehrte von den Banu Qurayzah vor ihn und warnten ihn:
„O König! Wende dich ab von dieser Stadt! Denn wenn du auf deinem Vorhaben beharrst, wirst du daran gehindert werden. Diese Stadt ist der Auswanderungsort eines Propheten, der in den letzten Tagen aus dem Heiligen Land von Quraish hervorgehen wird.“
Tubba’ beugte sich ihrem Wissen, trat zum Monotheismus über und verfasste Gedichte, in denen er seine Gefolgschaft für den künftigen Propheten Muhammad ﷺ ausdrückte.
Die Suche von Salman al-Farsi (سَلْمَانُ الْفَارِسِيُّ): In einem authentischen Bericht schildert der Gefährte Salman al-Farsi seine jahrelange Odyssee durch die Klöster von Sham und Mesopotamien. Sein letzter christlicher Lehrer sagte ihm auf dem Sterbebett:
„O mein Sohn! Ich kenne niemanden mehr auf Erden, der auf unserem Pfad geblieben ist. Doch die Zeit eines Propheten ist nahe herangerückt. Er wird mit der Religion Abrahams in den Ländern der Araber erweckt werden und in ein Land zwischen zwei Steinwüsten auswandern, zwischen denen Dattelpalmen wachsen. Er besitzt unverkennbare Zeichen: Er isst von Almosengaben [Sadaqah] nicht, er nimmt Geschenke an, und zwischen seinen Schultern befindet sich das Siegel des Prophetentums [Khatam al-Nubuwwah]. Wenn du jenes Land erreichen kannst, so tue es!“
Betrachten wir nun das zweite zentrale Thema: Welche menschlichen, geschichtlichen und geostrategischen Qualifikationen besaß Muhammad ﷺ vor seinem 40. Lebensjahr – also vor dem Herabkommen der Offenbarung –, die ihn befähigten, die gewaltigste Umwälzung der Menschheitsgeschichte anzuführen?
Schon die Zeitgenossen Makkahs warfen aus oberflächlichem Denken heraus dieselbe Frage auf, die der Quran unsterblich festhielt:
«وَقَالُوا لَوْلَا نُزِّلَ هَذَا الْقُرْآنُ عَلَى رَجُلٍ مِنَ الْقَرْيَتَيْنِ عَظِيمٍ» „Und sie sagten: ‘Warum ist dieser Quran nicht herabgesandt worden auf einen mächtigen Mann aus den zwei Städten [Makkah oder Ta’if]?’“ (Sure Az-Zukhruf: 31)
Sie meinten damit die reichen Stammesfürsten wie Utbah ibn Rabi’ah (عُتْبَةُ بْنُ رَبِيعَةَ) in Makkah oder Urwah ibn Mas’ud al-Thaqafi (عُرْوَةُ بْنُ مَسْعُودٍ الثَّقَفِيُّ) in Ta’if. Sie maßen Führung an weltlichem Reichtum und Palästen. Die Antwort Gottes wies diese menschliche Anmaßung zurück:
«أَهُمْ يَقْسِمُونَ رَحْمَتَ رَبِّكَ» „Teilen sie etwa die Barmherzigkeit deines Herrn aus?“ (Sure Az-Zukhruf: 32) «اللَّهُ أَعْلَمُ حَيْثُ يَجْعَلُ رِسَالَتَهُ» „Allah weiß am besten, wohin Er Seine Botschaft legt.“ (Sure Al-An’am: 124)
Dies erinnert an die Geschichte von Talut (طَالُوتُ – Saul) im Alten Testament. Als das Volk Israel von einem König verlangte, um im Wege Gottes zu kämpfen, und Allah den verarmten Talut erwählte, protestierten sie: „Wie kann ihm die Herrschaft über uns zustehen, wo wir doch eher ein Anrecht auf die Herrschaft haben als er und ihm kein Wohlstand gegeben ist?“ Ihr Prophet antwortete: „Allah hat ihn vor euch auserwählt und ihm ein Reichliches an Wissen und Körperkraft verliehen.“ Sobald Talut die Führung übernahm, reichten ihm 300 standhafte Männer, um das Land zu befreien.
Wenn wir die ersten vierzig Lebensjahre Muhammads ﷺ analysieren, erkennen wir, dass jedes Detail seines Lebens eine göttlich gefügte Vorbereitung für das Prophetentum darstellte:
Der makellose adlige Stammbaum (Sareeh al-Nasab): Muhammad ﷺ entstammte der edelsten Linie des arabischen Kontinents: Muhammad ibn Abdillah ibn Abd al-Muttalib ibn Hashim ibn Abd Manaf ibn Qusay ibn Kilab. Qusay ibn Kilab (قُصَيُّ بْنُ كِلَابٍ) war der historische Begründer des makkanischen Staates und Verfasser seiner Verfassung (Tränkung der Pilger, Senatsversammlung im Dar al-Nadwah, Führung im Krieg).
Als der byzantinische Kaiser Heraclius (هِرَقْلُ) den damaligen Kafir Abu Sufyan (أَبُو سُفْيَانَ) in Jerusalem über Muhammad befragte: „Wie ist seine Abstammung unter euch?“, antwortete Abu Sufyan: „Er ist unter uns von edlem Stamm.“ Heraclius bemerkte treffend: „Gleichermaßen werden die Propheten nur im edlen Hause ihres Volkes erweckt.“
Soziologisch besitzt dies zwei Ursachen:
Die Geburt in der Metropole Makkah (Umm al-Qura / أُمُّ الْقُرَى): Makkah war das unbestrittene religiöse, wirtschaftliche und diplomatische Zentrum der halbinselweiten Araber. Wäre Muhammad ﷺ in einer peripheren Provinz wie Aswan, Sinai oder Matrouh geboren worden, hätten die stolzen arabischen Stämme seine Autorisierung niemals anerkannt.
Beim Verfassungsgespräch in der Saqifah Bani Sa’idah (سَقِيفَةُ بَنِي سَاعِدَةَ) nach dem Tod des Propheten bestätigte Abu Bakr al-Siddiq (أَبُو بَكْرٍ الصِّدِّيقُ) dieses Gesetz: „Die Araber fügen sich in der Führung nur diesem Stamm aus Quraish.“
Das Geburtsjahr im Jahr des Elefanten (Am al-Fil / عَامُ الْفِيلِ): Das Jahr 570 n.Chr. war der Wendepunkt der arabischen Geschichte. Der christlich-abessinische Herrscher Abraha al-Ashram (أَبْرَهَةُ الأَشْرَمُ) marschierte mit einer Elefantenarmee ein, um die Kaaba zu zerstören. Als die Araber kampflos in die Berge flüchteten und Abdul Muttalib sprach: „Das Haus hat einen Herrn, der es beschützen wird!“, vernichtete Allah die Angreifer durch die Vögel (Ababil).
Die Geburt Muhammads exakt 50 Tage nach diesem welterschütternden Wunder verknüpfte sein Werden im Bewusstsein aller Araber mit dem göttlichen Schutz Makkahs. Die spätere Sure Al-Fil erinnerte das gesamte Volk an ihre absolute Machtlosigkeit in jenem Jahr.
Die bewegende Familiengeschichte des Vaters Abdullah: Der Vater des Propheten, Abdullah (عَبْدُ اللَّهِ), war der Lieblingssohn Abdul Muttalibs. Als dieser am Zamzam-Brunnen gelobte, einen seiner zehn Söhne zu opfern, fiel das Los wiederholt auf Abdullah. Erst die Auslösung durch das Schlachten von 100 (bzw. 300) Kamelen rettete sein Leben. Kurz nach seiner Hochzeit mit Amina bint Wahb (آمِنَةُ بِنْتُ وَهْبٍ) verstarb Abdullah auf einer Handelsreise in Yathrib.
Diese dramatische Vorgeschichte machte das Schicksal des elternlosen Waisenknaben Muhammad zu einem Thema allgemeiner Empathie und Ehrfurcht in ganz Makkah.
Göttliche Segnungen in Kindheit und Jugend: Bei seiner Pflegemutter Halimah al-Sa’diyyah (حَلِيمَةُ السَّعْدِيَّةُ) in der Wüste erlernte er das reinste Arabisch. Schon als Knaben umgab ihn eine spürbare Segensfülle (Barakah). Sein Großvater Abdul Muttalib verbot allen Söhnen, sich auf seinen Ehrenplatz an der Kaaba zu setzen – außer dem jungen Muhammad, über den er sagte: „Lasst meinen Enkel, denn bei Allah, er wird eine gewaltige Stellung einnehmen!“
Die Schafzucht als Pädagogikschule für Propheten (R’ay al-Ghanam): Der Prophet Muhammad ﷺ sagte in einem authentischen Hadith:
«مَا بَعَثَ اللَّهُ نَبِيًّا إِلَّا رَعَى الْغَنَمَ» „Keinen Propheten hat Allah erweckt, ohne dass er Schafe hütete.“
Die Schafzucht unterscheidet sich grundlegend von der Rinder- oder Kamelzucht: Schafe sind schwache, schutzlose und flatterhafte Geschöpfe. Der Hirte muss unendliche Geduld aufbringen, das Wohl der Herde suchen, verirrte Tiere behutsam zurückholen und sie vor Wölfen schützen. Diese Arbeit schult den Geist in Einsamkeit, Reflexion, Geduld und Fürsorge – exakt jene Qualifikationen, die zur Führung von Menschenseelen vonnöten sind.
Keuschheit, Integrität und gesellschaftliche Weisheit:
Das unanfechtbare Glaubwürdigkeitsargument (Al-Sadiq al-Amin): Als Kaufmann im Dienst Khadijahs (خَدِيجَةُ بِنْتُ خُوَيْلِدٍ) erwarb er durch makellose Ehrlichkeit und enormen wirtschaftlichen Erfolg den Ehrentitel Al-Sadiq al-Amin (الصَّادِقُ الأَمِينُ – Der Wahrhaftige, der Vertrauenswürdige).
Als der Befehl zur öffentlichen Verkündung erging, stieg er auf den Hügel Al-Safa (جَبَلُ الصَّفَا) und rief die Sippen Quraishs zusammen:
„Was meint ihr: Wenn ich euch berichtete, dass feindliche Reiter hinter diesem Tal stehen, um euch zu überfallen – würdet ihr mir glauben?“ Sie antworteten wie aus einem Munde: „Ja! Wir haben noch nie eine einzige Lüge von dir erfahren!“ Er sprach: „So bin ich euch ein Warner vor einem strengen Gericht!“
Der Quran fasste dieses argumentative Fundament in einen einzigen, unumstößlichen Vers:
«فَقَدْ لَبِثْتُ فِيكُمْ عُمُرًا مِنْ قَبْلِهِ أَفَلَا تَعْقِلُونَ» „Ich habe doch bereits ein Leben lang [40 Jahre] vor ihm unter euch geweilt. Begreift ihr denn nicht?“ (Sure Yunus: 16)
Jedes Jahr, jede Eigenschaft und jedes Ereignis der ersten vierzig Lebensjahre Muhammads ﷺ bildeten somit das makellose, göttlich gefügte Fundament für den Erwecker der Menschheit und das Siegel aller Propheten.