Dr. Muhammad Elhamy · 17 Min. Lesezeit
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حالة النص: قيد المراجعةEine staatsrechtliche, historische und philosophische Gesamtanalyse über das Verhältnis von Macht, Gerechtigkeit, Kampfführung und Glaubensfreiheit im Islam aus der Analyseperspektive von Dr. Muhammad Elhamy.
In der modernen Debatte über die islamische Geschichte begegnet uns immer wieder eine zentrale, oft polemisch vorgetragene Behauptung: Der Islam sei eine Religion, die sich durch das Schwert, Zwang und militärische Unterwerfung ausgebreitet habe. Aus dieser Prämisse leiten Kritiker die rhetorische Frage ab, wie es sich für einen Propheten, der als Barmherzigkeit für die Welten und als Symbol der Menschlichkeit beschrieben wird, geziemt habe, ein Schwert zu tragen, Heere anzuführen und Kriege zu führen.
Um diese Thematik wissenschaftlich fundiert aufzuarbeiten, müssen wir zunächst eine fundamentale Unterscheidung treffen, die in westlichen und säkularen Diskursen meist vorsätzlich oder fahrlässig vermengt wird: Wir müssen strikt unterscheiden zwischen der geistigen Verbreitung des Glaubens als persönlicher Überzeugung (Intishar al-Din) einerseits und der geopolitischen Expansion eines staatlichen Souveräns (Tawassu’ al-Dawlah) andererseits.
Wer behauptet, der islamische Glaube sei den Menschen durch das Schwert aufgezwungen worden, ignoriert nicht nur die eindeutigen Texte des Quran, sondern auch die unbestreitbaren historischen Tatsachen. Wer jedoch leugnet, dass sich der islamische Staat durch militärische Macht ausgedehnt hat, blendet die universellen Gesetze der Zivilisationsgeschichte aus. Kein Staat der Weltgeschichte konnte ohne Macht bestehen oder expandieren.
Der Einwand, eine wahrhaftige und göttliche Botschaft müsse sich ausschließlich durch das schöne Wort, den friedlichen Dialog und die argumentative Überzeugung durchsetzen, basiert auf einer romantischen, weltfremden Wunschvorstellung über die Natur des Menschen. Ein solches Idealbild, in dem Menschen die Wahrheit annehmen, sobald sie sie erkennen, und das Gute tun, sobald man es ihnen erklärt, existiert allenfalls in Kindergeschichten und Wunschdenken, nicht jedoch in der realen Menschheitsgeschichte.
Die Wirklichkeit des Menschen zeigt, dass die Erkenntnis des Rechts keineswegs ausreicht, um ihn nach dem Recht handeln zu lassen. Wie oft begeht der Mensch Unrecht, obwohl er genau weiß, dass es Unrecht ist? Die Ursachen hierfür liegen in den tiefen Abgründen der menschlichen Psyche:
«إِنَّا وَجَدْنَا آبَاءَنَا عَلَى أُمَّةٍ وَإِنَّا عَلَى آثَارِهِمْ مُقْتَدُونَ» „Wir haben bereits unsere Väter auf einem bestimmten Weg gefunden, und wir folgen ihren Spuren.“
Der Quran stellt klar, dass der Mensch in der Masse leicht vom Bösen verführt werden kann. Als Iblees aus dem Paradies vertrieben wurde, schwor er:
«فَبِعِزَّتِكَ لَأُغْوِيَنَّهُمْ أَجْمَعِينَ * إِلَّا عِبَادَكَ مِنْهُمُ الْمُخْلَصِينَ» (Sure Sad: 82–83) „Bei Deiner Macht, ich werde sie ganz gewiss alle irreführen, außer Deinen auserwählten Dienern unter ihnen!“
Und an anderer Stelle bekräftigt der Satan seine feste Absicht:
«ثُمَّ لَآتِيَنَّهُمْ مِنْ بَيْنِ أَيْدِيهِمْ وَمِنْ خَلْفِهِمْ وَعَنْ أَيْمَانِهِمْ وَعَنْ شَمَائِلِهِمْ وَلَا تَجِدُ أَكْثَرَهُمْ شَاكِرِينَ» (Sure Al-A’raf: 17) „Hierauf werde ich gewiss von vorn und von hinten, von ihrer Rechten und von ihrer Linken über sie kommen; und Du wirst die meisten von ihnen nicht dankbar finden.“
Dies spiegelt sich auch im authentischen Hadith wider, in dem Allah am Tage des Gerichts zu Adam sagt, er solle den zugewiesenen Anteil (Gruppe) des Höllenfeuers herausführen (Ba’th al-Nar):
«أَخْرِجْ بَعْثَ النَّارِ… مِنْ كُلِّ أَلْفٍ تِسْعَمِائَةٍ وَتِسْعَةً وَتِسْعِينَ فِي النَّارِ وَوَاحِدًا فِي الْجَنَّةِ» „Führe den Anteil des Höllenfeuers heraus… Von je tausend Menschen gehen 999 ins Feuer und einer in den Garten!“
Sogar die Propheten – die edelsten Geschöpfe Gottes mit der reinsten Barmherzigkeit und der beredtesten Sprache – wurden von ihren Völkern oft abgelehnt. Der Prophet Muhammad ﷺ berichtete über die Schau der vergangen Gemeinschaften:
«يَأْتِي النَّبِيُّ يَوْمَ الْقِيَامَةِ وَمَعَهُ الرَّجُلُ، وَيَأْتِي النَّبِيُّ وَمَعَهُ الرَّجُلَانِ، وَيَأْتِي النَّبِيُّ وَلَيْسَ مَعَهُ أَحَدٌ» „Am Tage der Auferstehung wird ein Prophet kommen, der nur einen einzigen Gefolgsmann hat; ein anderer kommt mit zwei Gefolgsleuten, und wieder ein Prophet kommt, der keinen einzigen Gefolgsmann bei sich hat!“
Wenn also selbst fehlerfreie Propheten mit der reinen Wahrheit ohne den Schutz von Macht abgewiesen und verfolgt wurden, wird deutlich: Das Recht, das nicht von Macht geschützt wird, wird in dieser Welt zertreten.
Wäre der Mensch so veranlagt, dass er allein durch die Erkenntnis der Wahrheit zur Gerechtigkeit findet, gäbe es auf dieser Erde weder Staaten noch Gerichte, weder Polizeiorgane noch Streitkräfte oder Gesetzbücher. Bei jeder Meinungsverschiedenheit würden sich die Menschen zusammensetzen, einander überzeugen oder sich dem Urteil eines Weisen beugen.
Dass in der Menschheitsgeschichte jedoch Staaten, Justizsysteme, Streitkräfte und Sicherheitsapparate entstanden sind, ist der unwiderlegbare Beweis dafür, dass das Recht ohne zwingende Macht wirkungslos bleibt. Es braucht eine exekutive Gewalt, die dem Schwachen sein Recht garantiert und es dem Starken gewaltsam entreißt.
Der Dichter drückte diese traurige Realität der menschlichen Schwäche wie folgt aus:
«أَتَحْنُو عَلَيْكَ قُلُوبُ الْوَرَى * إِذَا دَمْعُ عَيْنَيْكَ يَوْمًا جَرَى» «وَهَلْ يَرْحَمُ الْحَمَلَ الْمُسْتَضَامَ * ذِئَابُ الْفَلَا وَأُسُودُ الشَّرَى» «لَقَدْ سَمِعَ النَّسْرُ نَوْحَ الْحَمَامِ * فَلَمْ يَعْفُ عَنْهَا وَلَمْ يَعْذِرَا» «بَلِ انْقَضَّ ظُلْمًا لِيَغْتَالَهَا * وَأَنْشَبَ فِي نَحْرِهَا الْمِنْصَرَا» «فَمَا رَدَّ عَنْهَا الأَذَى ضُعْفُهَا * وَلَا أَنَّهَا مَا جَنَتْ مُنْكَرَا» „Wählen etwa die Herzen der Menschen Mitleid mit dir, wenn eines Tages deine Tränen fließen? Erbarmen sich etwa die Wölfe der Einöde und die Löwen des Dickichts des unterdrückten Lammes? Der Adler hörte das Klagen der Taube, doch er begnadigte sie nicht und entschuldigte sie nicht; vielmehr stürzte er in Tyrannei herab, um sie zu ermorden, und schlug seine Krallen in ihren Hals. Weder beugte ihre Schwäche das Unheil von ihr ab, noch dass sie jemals etwas Böses getan hatte!“
Wir sehen dieses Prinzip täglich in der Gegenwart: Bei der Aggression gegen Gaza im Al-Aqsa-Menschheitsdrama stehen alle rechtlichen Argumente auf Seiten der Unterdrückten. Der Internationale Gerichtshof (IGH) und der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) haben Haftbefehle erlassen und Urteile gefällt. Dennoch geht die Zerstörung weiter. Warum? Weil Recht ohne vollziehende militärische Macht in der Welt der Geopolitik wirkungslos bleibt.
Imam Ibn Taymiyyah (ابْنُ تَيْمِيَّةَ) fasste diese menschliche Neigung zur Machtanmaßung prägnant zusammen:
«فِي كُلِّ إِنْسَانٍ فِرْعَوْنُ، إِلَّا أَنَّ بَعْضَهُمْ قَدَرَ فَأَظْهَرَ، وَبَعْضَهُمْ عَجَزَ فَأَضْمَرَ» „In jedem Menschen steckt ein Pharao; die einen besitzen Macht und bringen ihn zum Vorschein, die anderen sind ohnmächtig und verbergen ihn!“
Auch der tunesische Dichter Abu al-Qasim al-Shabbi (أَبُو الْقَاسِمِ الشَّابِّيُّ) unterstrich dieses Gesetz:
«لَا رَأْيَ لِلْحَقِّ الضَّعِيفِ وَلَا صَدَى * وَالرَّأْيُ رَأْيُ الْقَاهِرِ الْغَلَّابِ» «لَا عَدْلَ إِلَّا إِنْ تَعَادَلَتِ الْقُوَى * وَتَصَادَمَ الإِرْهَابُ بِالإِرْهَابِ» „Das geschwächte Recht besitzt weder Stimme noch Widerhall; die Entscheidung trifft allein der Sieger und Bezwinger! Es gibt keine Gerechtigkeit, es sei denn, die Kräfte sind im Gleichgewicht und Terror prallt auf Terror!“
Ebenso formulierte es der große ägyptische Jurist Abd al-Razzaq al-Sanhuri Pasha (عَبْدُ الرَّزَّاقِ السَّنْهُورِيُّ):
«الْقَانُونُ يَحْكُمُ بَيْنَ قَوِيَّيْنِ أَوْ بَيْنَ ضَعِيفَيْنِ، أَمَّا بَيْنَ قَوِيٍّ وَضَعِيفٍ فَلَا قَانُونَ، الْقُوَّةُ هِيَ الْقَانُونُ» „Das Gesetz herrscht zwischen zwei Starken oder zwischen zwei Schwachen. Was jedoch das Verhältnis zwischen einem Starken und einem Schwachen betrifft, so gibt es kein Gesetz – dort ist die Macht das Gesetz!“
Und der Fürst der Dichter, Ahmad Shawqi (أَحْمَد شَوْقِي), antwortete auf die Unterstellung, der Prophet habe grundlos gekämpft:
«قَالُوا غَزَوْتَ وَرُسْلُ اللَّهِ مَا بُعِثُوا * لِقَتْلِ نَفْسٍ وَلَا جَاؤُوا لِسَفْكِ دَمِ» «جَهْلٌ وَتَضْلِيلُ أَحْلَامٍ وَسَفْسَطَةٌ * فَتَحْتَ بِالسَّيْفِ بَعْدَ الْفَتْحِ بِالْقَلَمِ» «لَمَّا أَتَى لَكَ طَوْعًا كُلُّ ذِي كَرَمٍ * تَكَفَّلَ السَّيْفُ بِالْجُهَّالِ وَالْعَمَمِ» «وَالشَّرُّ إِنْ تَلْقَهُ بِالْخَيْرِ ضِقْتَ بِهِ * ذَرْعًا وَإِنْ تَلْقَهُ بِالشَّرِّ يَنْحَسِمِ» „Sie sagten: Du hast gekämpft, wo doch die Gesandten Gottes nicht gesandt wurden, um Seelen zu töten oder Blut zu vergießen! Das ist Unwissenheit, Täuschen von Träumen und Sophistik; du hast mit dem Schwert geöffnet, nachdem du zuvor mit der Feder geöffnet hattest! Als jeder Edle dir freiwillig folgte, übernahm das Schwert die Unwissenden und die Masse; denn begegnest du dem Bösen mit Gutem, gehst du daran zugrunde, begegnest du ihm aber mit Härte, wird es zerschlagen!“
Und in seinem berühmten Gedicht Salu Qalbi (سَلُوا قَلْبِي) schrieb Ahmad Shawqi (أَحْمَد شَوْقِي) weiter:
«سَلُوا قَلْبِي غَدَاةَ سَلَا وَثَابَا * لَعَلَّ عَلَى الْجَمَالِ لَهُ عِتَابَا» «وَعَلَّمَنَا بِنَاءَ الْمَجْدِ حَتَّى * أَخَذْنَا أَمْرَ الْأَرْضِ اغْتِصَابَا» «فَمَا نَيْلُ الْمَطَالِبِ بِالتَّمَنِّي * وَلَكِنْ تُؤْخَذُ الدُّنْيَا غِلَابَا» «وَمَا اسْتَعْصَى عَلَى قَوْمٍ مَنَالٌ * إِذَا الْإِقْدَامُ كَانَ لَهُمْ رِكَابَا» „Fragt mein Herz an dem Morgen, an dem es vergaß und wieder zu sich kam, ob es dem Schönen etwas vorzuhalten hat! Er lehrte uns den Aufbau des Ruhms, bis wir die Herrschaft der Erde mit Stärke ergriffen! Das Erreichen der Ziele geschieht nicht durch Wünsche, sondern die Welt wird durch Sieg und Kampf errungen! Und kein Ziel bleibt einem Volk verwehrt, wenn der Mut ihr Reittier ist!“
Hier müssen wir mit absoluter Klarheit formulieren: Ist der islamische Glaube durch das Schwert verbreitet worden? Nein, unmissverständlich nein! Hat sich das islamische Staatswesen durch das Schwert und militärische Macht ausgedehnt? Ja, selbstverständlich ja – genau wie jedes andere Staatswesen in der Zivilisationsgeschichte.
Der Quran verankert das Prinzip der absoluten Gewissensfreiheit im Glauben durch unmissverständliche Texte:
«لَا إِكْرَاهَ فِي الدِّينِ قَدْ تَبَيَّنَ الرُّشْدُ مِنَ الْغَيِّ» (Sure Al-Baqarah: 256) „Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist ja klar geworden gegenüber dem Irrtum.“
Und Allah spricht zu Seinem Propheten:
«وَلَوْ شَاءَ رَبُّكَ لَآمَنَ مَنْ فِي الْأَرْضِ كُلُّهُمْ جَمِيعًا أَفَأَنْتَ تُكْرِهُ النَّاسَ حَتَّى يَكُونُوا مُؤْمِنِينَ» (Sure Yunus: 99) „Und wenn dein Herr wollte, würden gewiss alle auf der Erde gläubig werden, sie alle zusammen. Willst du etwa die Menschen zwingen, bis sie gläubig werden?“
Im islamischen Recht ist ein erzwungener Übertritt zum Islam staatsrechtlich und theologisch ungültig. Die Völker in den geöffneten Gebieten (wie die koptischen Christen in Ägypten, die Maroniten in Sham oder die Hindus in Indien) behielten über Jahrhunderte ihren Glauben, ihre Kirchen und ihre Lebensweise unter dem Schutzvertrag der Ahl al-Dhimmah. Sie zahlten lediglich die Jizyah – eine minimale Schutzsteuer, die sie vom Militärdienst befreite und ihnen absolute innere Autonomie garantierte.
Das Römische Reich beispielsweise begann als kleine bäuerliche Siedlung in Rom. Als feindliche Stämme sie angriffen und um 40 Jahre zurückwarfen, erkannten die Römer, dass friedlicher Ackerbau allein sie zur Beute träger, kriegerischer Nachbarn macht. Sie stiegen auf und expandierten, bis das Mittelmeer zu einem römischen Binnensee (Mare Nostrum) wurde. Ist das Expansion durch das Schwert oder durch Blumen? Es war die Ausdehnung eines Staates durch militärische Macht.
Selbst wenn wir hypothetisch annehmen würden, dass der islamische Staat friedlich in seinen Grenzen verblieben wäre, hätte der Konflikt nicht vermieden werden können. Die Geschichte lehrt uns, dass der Batil (das Unrecht und die Tyrannei) die bloße Existenz des Haqq (der Wahrheit und Gerechtigkeit) nicht ertragen kann.
Ein Staat, der auf Freiheit, Gerechtigkeit und der alleinigen Unterwerfung unter den Schöpfer basiert, stellt durch seine bloße Existenz eine tödliche Bedrohung für alle Systeme dar, die auf der Knechtung von Menschen beruhen.
Wenn wir die Sira des Propheten Muhammad ﷺ untersuchen, sehen wir, dass die Ungläubigen Makkahs (قُرَيْشٌ) den Konflikt von der ersten Stunde an militärisch und gewaltsam schürten:
Verfolgung in Makkah (مَكَّةُ): Boykott, Folter, Tötung von Gefährten (wie Sumayyah und Yasir) und schlussendlich der Beschluss, den Propheten zu ermorden.
Vertreibung und Enteignung: Als die Muslime nach Medina (الْمَدِينَةُ) auswanderten (Al-Muhajirun), konfiszierte Quraish deren gesamtes Hab und Gut in Makkah und setzte ein Kopfgeld von 100 Kamelen auf die Ergreifung des Propheten aus.
Erpressung der Bevölkerung Medinas: Quraish sandte ein Ultimatum an die Einwohner Medinas:
„Ihr habt unseren Gefährten Zuflucht gewährt. Bei Gott, wenn ihr ihn nicht an uns ausliefert oder ihn vertreibt, werden wir alle gemeinsam gegen euch marschieren, eure Kämpfer töten und eure Frauen schänden!“
Morddrohungen gegen Pilger: Als Sa’d ibn Ubadah (سَعْدُ بْنُ عُبَادَةَ) zum Hajj nach Makkah reiste, überraschte ihn Abu Jahl (أَبُو جَهْلٍ) an der Kaaba und drohte:
«وَاللَّهِ لَوْلَا أَنَّكَ فِي جِوَارِ أَبِي أُمَيَّةَ لَمَا خَرَجْتَ مِنْهَا سَالِمًا» „Bei Gott, wärst du nicht im Schutz von Abu Umayyah, wärst du hier nicht lebend herausgekommen!“
Worauf Sa’d erwiderte:
«وَاللَّهِ لَوْ مَنَعْتَنِي الْبَيْتَ لَمَنَعْتُكَ طَرِيقَكَ إِلَى الشَّامِ» „Bei Gott, wenn du mich am Haus verwehrst, werde ich dir deinen Handelsweg nach Sham versperren!“
Der Krieg war von Seiten der Tyrannei erklärt. Der islamische Staat in Medina hatte keine Wahl, als Aufrüstung zu betreiben und das Schwert zu ergreifen, um sein Überleben zu sichern.
Darüber hinaus besitzt ein starker Staat die ethische Pflicht, unterdrückten Völkern zur Hilfe zu eilen. Der Quran befiehlt:
«وَمَا لَكُمْ لَا تُقَاتِلُونَ فِي سَبِيلِ اللَّهِ وَالْمُسْتَضْعَفِينَ مِنَ الرِّجَالِ وَالنِّسَاءِ وَالْوِلْدَانِ الَّذِينَ يَقُولُونَ رَبَّنَا أَخْرِجْنَا مِنْ هَذِهِ الْقَرْيَةِ الظَّالِمِ أَهْلُهَا» (Sure Al-Nisa’: 75) „Was ist mit euch, dass ihr nicht auf dem Wege Allahs kämpft und für die Unterdrückten unter den Männern, Frauen und Kindern, die sagen: Unser Herr, bringe uns heraus aus dieser Stadt, deren Bewohner Ungerechte sind!“
Wenn man untersucht, wie der Prophet Muhammad ﷺ das Schwert einsetzte, wird deutlich, dass seine Kriege die ethischsten und humansten Konflikte der gesamten Menschheitsgeschichte waren.
Der Prophet Muhammad ﷺ zog in 27 Feldzüge (Ghazawat). In lediglich neun dieser Feldzüge kam es überhaupt zu tatsächlichen Kampfhandlungen! In allen anderen Fällen führten die Schnelligkeit der Vorbereitung, die militärische Abschreckung und die strategische Überlegenheit dazu, dass die Feinde wichen und Blutvergießen vermieden wurde. Die Gesamtzahl der Gefallenen auf beiden Seiten über alle Feldzüge hinweg lag bei unter 1.200 Menschen – eine im Vergleich zu westlichen Filmen und Weltkriegen verschwindend geringe Zahl.
Im islamischen Völkerrecht (Fiqh al-Jihad) gelten strengste Regeln:
Der französische Historiker Gustave Le Bon gestand in seinem Werk La Civilisation des Arabes ein:
«فَلَمْ يَعْرِفِ التَّارِيخُ فَاتِحِينَ مُتَسَامِحِينَ مِثْلَ الْعَرَبِ، وَلَا دِينًا مِثْلَ دِينِهِمْ» „Die Geschichte hat keine toleranteren und barmherzigeren Eroberer gekannt als die Araber, und keine Religion wie die ihre!“
Als der Prophet ﷺ im Jahre 8 n.H. mit 10.000 Kämpfern zur Befreiung Makkahs einrückte, rief der Gefährte Sa’d ibn Ubadah (سَعْدُ بْنُ عُبَادَةَ) im Eifer des Gefechts:
«الْيَوْمَ يَوْمُ الْمَلْحَمَةِ، الْيَوْمَ تُسْتَحَلُّ الْحُرْمَةُ» „Heute ist der Tag der Schlacht! Heute wird das Heiligtum entweiht!“
Als der Prophet ﷺ dies hörte, korrigierte er ihn sogleich aufs Schärfste:
«كَذَبَ سَعْدٌ، وَلَكِنَّ هَذَا يَوْمُ الْمَرْحَمَةِ، الْيَوْمَ يُعَظِّمُ اللَّهُ فِيهِ الْكَعْبَةَ» „Sa’d hat sich geirrt! Vielmehr ist heute der Tag der Barmherzigkeit; heute ist der Tag, an dem Allah die Kaaba erhebt!“
Und nachdem er die Stadt ohne Blutvergießen eingenommen hatte, sprach er zu seinen einstigen Folterern und Todfeinden:
«مَا تَظُنُّونَ أَنِّي فَاعِلٌ بِكُمْ؟» „Was meint ihr, wie ich nun mit euch verfahren werde?“
Sie antworteten: „Ein edler Bruder und der Sohn eines edlen Bruders!“ Darauf verkündete der Prophet ﷺ die universelle Begnadigung:
«اذْهَبُوا فَأَنْتُمُ الطُّلَقَاءُ» „Geht hin, denn ihr seid frei!“
Darüber hinaus bewies der Vertrag von Hudaybiyyah (Sulh al-Hudaybiyyah / صُلْحُ الْحُدَيْبِيَةِ), dass der Prophet ﷺ stets den Verhandlungstisch bevorzugte, wenn die Gegenpartei Frieden wünschte.
Ein häufig missverstandener Hadith lautet:
«أُمِرْتُ أَنْ أُقَاتِلَ النَّاسَ حَتَّى يَشْهَدُوا أَنْ لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ وَأَنَّ مُحَمَّدًا رَسُولُ اللَّهِ…» „Mir wurde befohlen, die Menschen zu bekämpfen, bis sie bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist…“
Rechtsgelehrte und Historiker haben den Gehalt dieses Hadiths präzise bestimmt: Das Ziel der Kampfführung ist die Errichtung der Souveränität und Oberhoheit des islamischen Wertesystems (Haymanat al-Islam), nicht die erzwungene Konversion von Individuen. Sobald die islamische Staatsordnung anerkannt wird, genießen Nicht-Muslim als Schutzbefohlene (Ahl al-Dhimmah) volle Glaubensfreiheit und Rechtsschutz.
Kalif Umar ibn al-Khattab (عُمَرُ بْنُ الْخَطَّابِ) wandte die Praxis der Schriftbesitzer sogar auf die Feueranbeter Persiens an («سُنُّوا بِهِمْ سُنَّةَ أَهْلِ الْكِتَابِ»), und spätere Gelehrte dehnten dies auf die Hindus in Indien aus.
In den Schriften der anderen Religionen finden sich im Übrigen noch weit schärfere Aussprüche. Im Evangelium nach Matthäus (إِنْجِيلُ مَتَّى – Kapitel 10, Vers 34–36) spricht Jesus:
«لَا تَظُنُّوا أَنِّي جِئْتُ لِأُلْقِيَ سَلَامًا عَلَى الْأَرْضِ، مَا جِئْتُ لِأُلْقِيَ سَلَامًا بَلْ سَيْفًا…» „Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert!“
Die Erfahrung der Menschheit zeigt, dass bloße juristische Ansprüche, historische Dokumente und UN-Resolutionen ohne militärische Stärke wertlos bleiben.
Der ägyptische Freiheitskämpfer Ahmad Urabi (أَحْمَد عُرَابِي) schrieb 1882 in seinen Memoiren über die Scheinheiligkeit der britischen Kolonialmacht, die den Ägyptern verbot, ihre eigenen Küstenbefestigungen zu reparieren:
«وَقَدْ كُنَّا نَعْجَبُ كَيْفَ أَنَّ تَعْمِيرَ الْقِلَاعِ عَلَى شَوَاطِئِنَا هُوَ دَاءٌ عَلَى شَرَفِ الْجَيْشِ الْبَرِيطَانِيِّ، بَيْنَمَا وُرُودُ الْبَوَارِجِ إِلَيْنَا حَتَّى شَوَاطِئِنَا هُوَ نَوْعٌ مِنَ الدِّفَاعِ عَنِ النَّفْسِ» „Wir wunderten uns darüber, wie die Instandsetzung von Festungen an unseren eigenen Küsten als Verstoß gegen die Ehre der britischen Armee gewertet wurde, während das Eindringen britischer Kriegsschiffe bis an unsere Küsten als eine Art von Selbstverteidigung dargestellt wurde!“
Der palästinensische Jurist Ahmad al-Shuqairi (أَحْمَد الشُقَيْرِيُّ), Gründer der PLO, verbrachte 40 Jahre damit, in osmanischen Archiven Eigentumsnachweise für palästinensisches Land zu recherchieren und Prozesse zu führen. Sein bittersüßes Fazit lautete:
„Nach 40 Jahren juristischen Kampfes haben wir erkannt, dass unser Bestehen auf der Erde von Macht abhängt, nicht von Akten. Alle Ländereien, die wir vor Gerichten zurückgewannen, wurden schlussendlich von feindlichen Waffen besetzt und in Siedlungen verwandelt.“
Dichter Abu Tammam (أَبُو تَمَّامٍ) brachte dies in seiner Al-Qasīda al-Amūriyya (القَصِيدَة العَمُورِيَّة) auf den Punkt:
«السَّيْفُ أَصْدَقُ أَنْبَاءً مِنَ الْكُتُبِ * فِي حَدِّهِ الْحَدُّ بَيْنَ الْجِدِّ وَاللَّعِبِ» «أَجَبْتَهُ بِحُسَامِ السَّيْفِ مُنْصَلِتًا * وَلَوْ أَجَبْتَ بِغَيْرِ السَّيْفِ لَمْ تُجِبِ» „Das Schwert ist wahrhaftiger in seinen Kunde als die Bücher; in seiner Schärfe verläuft die Grenze zwischen Ernst und Spiel! Du hast ihm mit dem entblößten Schwert geantwortet; hättest du mit etwas anderem geantwortet, hättest du gar nicht geantwortet!“
Und Ahmad Shawqi (أَحْمَد شَوْقِي) dichtete an Atatürk:
«فَقُلْ لِبَانٍ بِقَوْلٍ رُكْنَ مَمْلَكَةٍ * عَلَى الْكَتَائِبِ يُبْنَى الْمُلْكُ لَا الْكُتُبِ» „Sprich zu demjenigen, der mit bloßen Worten das Fundament eines Reiches bauen will: Auf Bataillonen wird die Herrschaft errichtet, nicht auf Büchern!“
Zusammenfassend lässt sich das Verhältnis von Macht und Glauben im Islam wie folgt auf den Punkt bringen:
Als der Prophet ﷺ ohne Macht in Makkah rief, spotteten die Tyrannen: «تَبًّا لَكَ أَلِهَذَا جَمَعْتَنَا» („Mögest du zugrunde gehen, hast du uns etwa hierfür versammelt?“). Als er jedoch am Tag der Befreiung Makkahs mit 10.000 Schwertern einrückte, neigten sie die Köpfe und sagten: «أَخٌ كَرِيمٌ وَابْنُ أَخٍ كَرِيمٍ» („Ein edler Bruder und der Sohn eines edlen Bruders!“).
Das ist der Lauf dieser Welt: Die Wahrheit benötigt das Schwert der Macht, um auf Erden aufrecht zu stehen.
A Constitutional, Historical, and Philosophical Essay on Power, Justice, Warfare, and Freedom of Conscience in Islam from the Analytical Perspective of Dr. Muhammad Elhamy.
In modern discussions regarding Islamic history, one frequently encounters a central, often polemically framed assertion: that Islam is a religion propagated primarily by the sword, through physical coercion, and military subjugation. From this premise, critics derive a rhetorical question: How could a Prophet described in divine revelation as a mercy to all worlds and a symbol of human compassion befit carrying a sword, leading armies, and engaging in warfare?
To examine this question with scholarly rigor and historical precision, we must begin by establishing a fundamental, uncompromising distinction between two distinct concepts that are habitually conflated in polemical rhetoric:
When critics raise this objection, they often operate under a profound psychological blind spot regarding their own history, the history of world empires, and the fundamental laws that govern human societies. By dismantling naive fallacies about human nature, we can understand why power is an indispensable prerequisite for the survival and establishment of justice on earth.
The objection that a divine, truthful message ought to spread exclusively through gentle words, peaceful dialogue, and rational persuasion rests upon a romantic, highly unrealistic assumption about human nature. This ideal world—where human beings embrace truth the moment they recognize it and abandon falsehood as soon as its error is demonstrated—exists only in children’s fables, not in the actual history of mankind.
In reality, human beings do not act solely on rational recognition of truth. A person does not refrain from wrongdoing simply because he knows it is wrong. Human behavior is driven by powerful psychological and social forces that frequently override intellect and conscience:
«وَكَذَلِكَ مَا أَرْسَلْنَا مِنْ قَبْلِكَ فِي قَرْيَةٍ مِنْ نَذِيرٍ إِلَّا قَالَ مُتْرَفُوهَا إِنَّا وَجَدْنَا آبَاءَنَا عَلَى أُمَّةٍ وَإِنَّا عَلَى آثَارِهِمْ مُقْتَدُونَ»
“And similarly, We did not send before you any warner to a city except that its affluent ones said: ‘Indeed, we found our fathers upon a religion, and indeed, we are following in their footsteps.’”
Human nature is profoundly vulnerable to misguidance and self-interest. Divine revelation highlights this reality in Satan’s declaration:
«فَبِعِزَّتِكَ لَأُغْوِيَنَّهُمْ أَجْمَعِينَ * إِلَّا عِبَادَكَ مِنْهُمُ الْمُخْلَصِينَ»
“Satan said: ‘By Your might, I will surely mislead them all, except Your chosen servants among them.’” (Sure Sad: 82–83)
And further in the Quranic description of human inclination:
«ثُمَّ لَآتِيَنَّهُمْ مِنْ بَيْنِ أَيْدِيهِمْ وَمِنْ خَلْفِهِمْ وَعَنْ أَيْمَانِهِمْ وَعَنْ شَمَائِلِهِمْ وَلَا تَجِدُ أَكْثَرَهُمْ شَاكِرِينَ»
“‘Then I will come to them from before them and from behind them and on their right and on their left, and You will not find most of them grateful.’” (Sure Al-A’raf: 17)
This sober reality is reinforced by the authentic Hadith regarding the Dispatch of Hellfire (Ba’th al-Nar), in which the Prophet Muhammad ﷺ recounted God’s command to Adam on the Day of Resurrection:
«أَخْرِجْ بَعْثَ النَّارِ… مِنْ كُلِّ أَلْفٍ تِسْعَمِائَةٍ وَتِسْعَةً وَتِسْعِينَ فِي النَّارِ وَوَاحِدًا فِي الْجَنَّةِ»
“‘Bring forth the dispatch of Hellfire!’ Adam will ask: ‘What is the dispatch of Hellfire?’ God will say: ‘From every thousand, nine hundred and ninety-nine are in Hellfire and one is in Paradise.’”
Furthermore, the Prophets themselves—who possessed absolute moral perfection, flawless eloquence, divine revelation, and immaculate character—were rejected by the majority of their peoples. As the Prophet Muhammad ﷺ stated:
«يَأْتِي النَّبِيُّ يَوْمَ الْقِيَامَةِ وَمَعَهُ الرَّجُلُ، وَيَأْتِي النَّبِيُّ وَمَعَهُ الرَّجُلَانِ، وَيَأْتِي النَّبِيُّ وَلَيْسَ مَعَهُ أَحَدٌ»
“A Prophet will come on the Day of Resurrection accompanied by a single follower, another Prophet accompanied by two followers, and another Prophet with no followers at all.”
If the most perfect human beings carrying absolute divine truth were spurned, persecuted, and exiled when unarmed, it demonstrates an unshakeable law of history: Truth that lacks coercive power is destined to be slaughtered, oppressed, and crushed.
If human beings naturally guided themselves upon recognizing the truth, there would be no need for states, court systems, police forces, armies, intelligence agencies, or penal codes anywhere on earth. Whenever a dispute arose between two individuals, they would simply sit down, reason together, accept the truth, and implement justice voluntarily.
The existence of courts, law enforcement, prisons, and armed forces across every civilization in human history is conclusive, empirical proof that human beings do not act uprightly merely by knowing what is right. Power is required to guarantee the rights of the weak and extract justice from the strong.
This tragic human reality is captured in poetic lines depicting the vulnerability of the weak in a world governed by force:
أَتَحْنُو عَلَيْكَ قُلُوبُ الْوَرَى * إِذَا دَمْعُ عَيْنَيْكَ يَوْمًا جَرَى وَهَلْ يَرْحَمُ الْحَمَلَ الْمُسْتَضَامَ * ذِئَابُ الْفَلَا وَأُسُودُ الشَّرَى لَقَدْ سَمِعَ النَّسْرُ نَوْحَ الْحَمَامِ * فَلَمْ يَعْفُ عَنْهَا وَلَمْ يَعْذِرِهَا بَلِ انْقَضَّ ظُلْمًا لِيَغْتَالَهَا * وَأَنْشَبَ فِي نَحْرِهَا الْمِنْصَرَا فَمَا رَدَّ عَنْهَا الأَذَى ضُعْفُهَا * وَلَا أَنَّهَا مَا جَنَتْ مُنْكَرَا
“Will the hearts of men soften toward you if the tears of your eyes flow one day? Does the desert wolf or the forest lion show mercy to the oppressed lamb? The eagle heard the wailing of the dove, yet showed no mercy nor pardoned her; rather, it swooped down unjustly to slay her, sinking its talons into her neck. Neither her weakness fended off the harm, nor the fact that she had committed no wrong.”
The great scholar Ibn Taymiyyah (ابْنُ تَيْمِيَّةَ) made a profound psychological observation regarding human nature when unconstrained by divine authority or superior power:
«فِي كُلِّ إِنْسَانٍ فِرْعَوْنُ، إِلَّا أَنَّ بَعْضَهُمْ قَدَرَ فَأَظْهَرَ، وَبَعْضَهُمْ عَجَزَ فَأَضْمَرَ»
“In every human being there resides a Pharaoh; however, some gain power and manifest it, while others lack the capacity and conceal it.”
When an individual or a state is stripped of divine accountability, they inevitably commit injustice for material interest, domination, or self-aggrandizement. Nothing restrains tyranny except a counterbalancing power. As the Tunisian poet Abu al-Qasim al-Shabbi (أَبُو الْقَاسِمِ الشَّابِّيُّ) observed:
لَا رَأْيَ لِلْحَقِّ الضَّعِيفِ وَلَا صَدَى * وَالرَّأْيُ رَأْيُ الْقَاهِرِ الْغَلَّابِ لَا عَدْلَ إِلَّا إِنْ تَعَادَلَتِ الْقُوَى * وَتَصَادَمَ الإِرْهَابُ بِالإِرْهَابِ
“A weak right has neither voice nor echo; the only ruling voice belongs to the triumphant conqueror. There is no justice unless powers are balanced and terror collides with terror.”
This principle is recognized as a cornerstone of legal philosophy. The famous Egyptian jurist Abd al-Razzaq al-Sanhuri Pasha (عَبْدُ الرَّزَّاقِ السَّنْهُورِيُّ) wrote in the introduction to his legal treatises:
«القَانُونُ يَحْكُمُ بَيْنَ قَوِيَّيْنِ أَوْ بَيْنَ ضَعِيفَيْنِ، أَمَّا بَيْنَ قَوِيٍّ وَضَعِيفٍ فَلَا قَانُونَ، القُوَّةُ هِيَ القَانُونُ»
“Law governs between two equals in strength or two equals in weakness; but between a strong party and a weak party, there is no law—power itself becomes the law.”
This fundamental reality was eloquently articulated by the Prince of Poets, Ahmad Shawqi (أَحْمَد شَوْقِي), in his celebrated poem praising the Prophet Muhammad ﷺ:
قالوا غزوت ورسل الله ما بعثوا * لقتل نفس ولا جاؤوا بسفك دمي جهل وتضليل احلام وسفسطة * فتحت بالسيف بعد الفتح بالقلم لما اتى لك طوعا كل ذي كرم * تكفل السيف بالجهال والعمم والشر ان تلقه بالخير ضقت به * ذرعا وان تلقه بالشر ينحسب
“They said: ‘You fought, whereas God’s messengers were not sent to slay a soul nor spill blood!’ This is ignorance, delusion, and sophistry; you conquered by the sword after conquering by the pen! When every noble soul yielded to you willingly, the sword dealt with the ignorant masses. And if you meet evil with good, you will be overwhelmed by it; but if you meet evil with force, it retreats.”
And in his poem Salu Qalbi:
وعلمنا بناء المجد حتى * اخذنا امره الارض اغتصابا فما نيل المطالب بالتمني * ولكن تؤخذ الدنيا غلابا وما استعصى على قوم منال * اذا الاقدام كان لهم ركابة
“He taught us the architecture of glory until we seized the sovereignty of the earth by force. For desires are not achieved through idle wishing; rather, the world is taken by struggle. And no goal remains unattainable to a people if courage is their steed.”
We must state with absolute clarity: Was the Islamic faith spread by the sword? Unreservedly, no! Did the Islamic sovereign state expand through military power? Yes, naturally—just like every other state and civilization in human history.
The Quran establishes the principle of absolute freedom of religious conscience through explicit, unequivocal texts:
«لَا إِكْرَاهَ فِي الدِّينِ قَدْ تَبَيَّنَ الرُّشْدُ مِنَ الْغَيِّ»
“There is no compulsion in religion; truth has stood out clear from error.” (Sure Al-Baqarah: 256)
And God addresses the Prophet Muhammad ﷺ directly:
«وَلَوْ شَاءَ رَبُّكَ لَآمَنَ مَنْ فِي الْأَرْضِ كُلُّهُمْ جَمِيعًا أَفَأَنْتَ تُكْرِهُ النَّاسَ حَتَّى يَكُونُوا مُؤْمِنِينَ»
“And if your Lord had willed, those on earth would have believed, all of them entirely. Would you then compel the people until they become believers?” (Sure Yunus: 99)
In Islamic jurisprudence (Fiqh), forcing a non-Muslim to embrace Islam is strictly forbidden, and an oath of faith taken under duress is legally void.
Historical evidence confirms this doctrinal principle: when the Islamic state expanded across the Middle East, North Africa, Persia, and India, the native populations were not forced to convert. Large religious communities—Coptic Christians in Egypt, Maronites and Melkites in Sham, Zoroastrians in Persia, and Hindus in India—preserved their faiths, places of worship, monasteries, and internal legal systems for over fourteen centuries under Islamic rule.
Non-Muslim citizens under Islamic sovereignty were classified as Ahl al-Dhimmah (protected citizens). They paid a modest protection tax known as Jizyah in exchange for full exemption from military service and complete state protection of their lives, properties, and freedom of worship.
Even if we were to assume, hypothetically, that the Islamic state had chosen to remain peacefully within its initial borders without expanding, conflict would still have been historically inevitable. History teaches that tyranny and falsehood (Al-Batil) cannot tolerate the mere existence of truth and justice (Al-Haqq).
A state established upon freedom, justice, and sole submission to the Creator constitutes an existential threat to oppressive political systems by its mere presence. Tyrannical regimes recognize that a successful, dignified alternative model inspires their own oppressed populations to revolt.
Historical parallels illustrate this universal rule:
When we examine the Seerah of the Prophet Muhammad ﷺ, we observe that the conflict was initiated entirely by the pagan leadership of Makkah (مَكَّةُ):
«وَقَالَ الَّذِينَ كَفَرُوا لِرُسُلِهِمْ لَنُخْرِجَنَّكُمْ مِنْ أَرْضِنَا أَوْ لَتَعُودُنَّ فِي مِلَّتِنَا»
“And those who disbelieved said to their messengers: ‘We will surely drive you out of our land, or you must return to our religion.’” (Sure Ibrahim: 13)
«إِنَّكُمْ آوَيْتُمْ صَاحِبَنَا وَاسْتَخْرَجْتُمُوهُ مِنْ بَيْنِنَا، فَوَاللَّهِ لَئِنْ لَمْ تُسَلِّمُوهُ إِلَيْنَا لَنَسِيرَنَّ إِلَيْكُمْ بِأَجْمَعِنَا حَتَّى نُقَاتِلَ مُقَاتِلَتَكُمْ وَنَسْتَبِيحَ نِسَاءَكُمْ»
“You have sheltered our adversary and drawn him out from among us. By God, if you do not surrender him to us or expel him, we will march upon you in full force until we slay your fighters and violate your women!”
This ultimatum created severe political tension in Medina. The Prophet Muhammad ﷺ diffused the crisis through wisdom, addressing the Medinans:
«لَقَدْ بَلَغَ وَعِيدُ قُرَيْشٍ مِنْكُمُ الْمَبَالِغَ، مَا كَانَتْ تَكِيدُكُمْ بِأَشَدَّ مِمَّا تَكِيدُونَ بِهِ أَنْفُسَكُمْ، وَأَهْلِيكُمْ تَقْتُلُونَ أَبْنَاءَكُمْ وَإِخْوَانَكُمْ»
“Quraish’s threat against you has reached its peak; yet they could not plot against you worse than you would plot against yourselves if you allow them to incite you to kill your own sons and brothers.”
«وَاللَّهِ لَوْلَا أَنَّكَ فِي جِوَارِ أَبِي أُمَيَّةَ مَا خَرِجْتَ مِنْهَا سَالِمًا»
“By God, were it not that you are under the protection of Abu Umayyah, you would not leave Makkah alive!”
Sa’d ibn Ubadah courageously replied:
«وَاللَّهِ لَوْ مَنَعْتَنِي الْبَيْتَ لَمَنَعْتُكَ طَرِيقَكَ إِلَى الشَّامِ»
“By God, if you block me from visiting the Sacred House, I will block your trade route to Sham!”
Thus, an open state of war was declared and actively pursued by Quraish long before the Muslims drew their swords.
Furthermore, the Islamic state possessed a moral obligation to intervene and liberate oppressed populations (Al-Mustad’afun) who were being tortured and stripped of human rights, as commanded in the Quran:
«وَمَا لَكُمْ لَا تُقَاتِلُونَ فِي سَبِيلِ اللَّهِ وَالْمُسْتَضْعَفِينَ مِنَ الرِّجَالِ وَالنِّسَاءِ وَالْوِلْدَانِ الَّذِينَ يَقُولُونَ رَبَّنَا أَخْرِجْنَا مِنْ هَذِهِ الْقَرْيَةِ الظَّالِمِ أَهْلُهَا وَاجْعَلْ لَنَا مِنْ لَدُنْكَ وَلِيًّا وَاجْعَلْ لَنَا مِنْ لَدُنْكَ نَصِيرًا»
“And what is [the matter] with you that you fight not in the cause of God and for the oppressed among men, women, and children who say: ‘Our Lord, take us out of this city whose people are oppressors and appoint for us from Yourself a protector and appoint for us from Yourself a helper?’” (Sure Al-Nisa’: 75)
This dynamic of imperial hypocrisy was vividly illustrated during the British invasion of Egypt in 1882. The Egyptian national leader Ahmad Urabi (أَحْمَد عُرَابِي) recorded in his memoirs his astonishment at British rhetoric:
«وَقَدْ كُنَّا نَعْجَبُ كَيْفَ أَنَّ تَعْمِيرَ الْقِلَاعِ عَلَى شَوَاطِئِنَا هُوَ دَاءٌ عَلَى شَرَفِ الْجَيْشِ الْبِرِيطَانِيِّ، بَيْنَمَا وَرُودُ الْبَوَارِجِ إِلَيْنَا حَتَّى شَوَاطِئِنَا هُوَ نَوْعٌ مِنَ الدِّفَاعِ عَنِ النَّفْسِ»
“We used to marvel at how repairing the fortresses on our own shores was considered an insult to British military honor, while the arrival of British warships right up to our coastline was deemed an act of self-defense!”
When Egyptian forces began repairing coastal fortifications in Alexandria, the British commander sent an ultimatum:
«إِذَا اسْتَمَرَرْتُمْ فِي تَرْمِيمِ هَذِهِ الْقِلَاعِ، فَهَذَا أَمْرٌ يَنْتَهِكُ الشَّرَفَ الْبِرِيطَانِيَّ»
“If you continue repairing these fortresses, this will be considered a violation of British honor!”
This illustrates the perpetual logic of arrogant empires: they reserve for themselves the right to traverse oceans and subjugate nations, while defining any self-defense by the oppressed as an act of aggression.
When we examine how the Prophet Muhammad ﷺ utilized military power, we discover the most humane, ethically restrained military campaigns in human history.
During his ten years in Medina, the Prophet Muhammad ﷺ dispatched or led 27 military expeditions (Ghazawat). Out of these 27 expeditions, actual combat occurred in only nine! In the remaining eighteen expeditions, the speed of mobilization, strategic deterrence, and bloodless maneuvers forced adversaries to capitulate without casualties.
Across all 27 expeditions and a decade of warfare, the total number of casualties on both sides—Muslims and non-Muslims combined—did not exceed approximately 1,200 individuals. By comparison, single battles in European history or modern world wars resulted in millions of deaths in a single day.
In Islamic law, warfare is strictly governed by moral prohibitions that anticipated modern international conventions by over a millennium:
This ethical restraint earned the admiration of objective non-Muslim historians. The French sociologist Gustave Le Bon wrote in La Civilisation des Arabes:
«فَلَمْ يَعْرِفِ التَّارِيخُ فَاتِحِينَ مُتَسَامِحِينَ مِثْلَ الْعَرَبِ، وَلَا دِينًا مِثْلَ دِينِهِمْ»
“History has not known conquerors more tolerant than the Arabs, nor a religion like theirs.”
The ultimate demonstration of prophetic ethics occurred during the Liberation of Makkah (Fath Makkah) in the 8th year of the Hijra. As the Muslim army of 10,000 warriors entered Makkah—the city whose leaders had tortured Muslims, murdered their relatives, stolen their property, and waged war against them for two decades—Sa’d ibn Ubadah (سَعْدُ بْنُ عُبَادَةَ), carrying the banner of the Ansar, passed by Abu Sufyan and exclaimed:
«الْيَوْمَ يَوْمُ الْمَلْحَمَةِ، الْيَوْمَ تُسْتَحَلُّ الْحُرْمَةُ»
“Today is the day of slaughter! Today the sanctuary is violated!”
When this statement was reported to the Prophet Muhammad ﷺ, he immediately corrected him, relieved Sa’d of the banner, and declared:
«كَذَبَ سَعْدٌ، وَلَكِنَّ هَذَا يَوْمُ الْمَرْحَمَةِ، هَذَا يَوْمٌ يُعَظِّمُ اللَّهُ فِيهِ الْكَعْبَةَ»
“Sa’d is mistaken; today is the day of mercy! Today God exalts the Kaaba!”
Upon entering the Sacred Mosque, the Prophet ﷺ stood before the assembled leaders of Quraish who awaited his judgment. He asked them:
«مَا تَظُنُّونَ أَنِّي فَاعِلٌ بِكُمْ؟»
“What do you think I am going to do to you?”
They replied:
«خَيْرًا، أَخٌ كَرِيمٌ وَابْنُ أَخٍ كَرِيمٍ»
“Goodness! You are a noble brother and the son of a noble brother.”
The Prophet Muhammad ﷺ pronounced the immortal decree of general amnesty:
«اذْهَبُوا فَأَنْتُمُ الطُّلَقَاءُ»
“Go, for you are free!”
Critics frequently quote a well-known Hadith to argue that Islam mandates unending war against non-Muslims until they convert:
«أُمِرْتُ أَنْ أُقَاتِلَ النَّاسَ حَتَّى يَشْهَدُوا أَنْ لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ وَأَنَّ مُحَمَّدًا رَسُولُ اللَّهِ، وَيُقِيمُوا الصَّلَاةَ، وَيُؤْتُوا الزَّكَاةَ…»
“I have been commanded to fight the people until they testify that there is no god but God and that Muhammad is the Messenger of God, establish prayer, and pay Zakat…”
Islamic jurists (Fuqaha) and historians have clarified the precise legal scope of this Hadith:
This is proven by the Prophet’s explicit command regarding Zoroastrians (Magians):
«سُنُّوا بِهِمْ سُنَّةَ أَهْلِ الْكِتَابِ»
“Treat them according to the Sunnah of the People of the Book.”
The Caliph Umar ibn al-Khattab (عُمَرُ بْنُ الْخَطَّابِ) and subsequent jurists applied this principle to Zoroastrians, Magians, Hindus, and other non-Muslim populations across Asia, accepting their Jizyah, guaranteeing their security, and leaving their religious beliefs untouched.
For comparative perspective, a similar statement regarding sword and division appears in the Christian Gospels (Matthew 10:34–36):
«لَا تَظُنُّوا أَنِّي جِئْتُ لِأُلْقِيَ سَلَامًا عَلَى الْأَرْضِ، مَا جِئْتُ لِأُلْقِيَ سَلَامًا بَلْ سَيْفًا…»
“Do not think that I came to bring peace on earth. I did not come to bring peace but a sword. For I have come to set a man against his father, a daughter against her mother…”
Human history demonstrates that legal rights, historical title deeds, and moral claims are worthless on the international stage unless backed by sovereign power.
A poignant illustration of this truth is found in the life of the Palestinian jurist and statesman Ahmad al-Shuqairi (أَحْمَد الشُقَيْرِيُّ), founder and first president of the Palestine Liberation Organization (PLO). Al-Shuqairi was a brilliant lawyer who served as legal advisor to Syrian and Saudi delegations at the United Nations.
In his memoirs (published in his complete works by the Center for Arab Unity Studies), Al-Shuqairi describes how, as a young lawyer during the British Mandate, he spent years researching Ottoman land archives to legally prove Palestinian ownership of stolen lands and successfully won numerous court cases.
However, writing forty years later after the loss of Palestine, Al-Shuqairi reflected with deep bitterness:
«لَقَدْ بَذَلْنَا مَجْهُودًا كَبِيرًا فِي اسْتِرْدَادِ الْأَرَاضِي بِالقَانُونِ، وَرَجَعْنَا إِلَى سِجِلَّاتِ الدَّوْلَةِ الْعُثْمَانِيَّةِ، وَاسْتَطَعْنَا فِعْلًا اسْتِرْجَاعَ الْكَثِيرِ مِنَ الْأَرَاضِي. وَلَكِنَّنَا الْآنَ بَعْدَ أَرْبَعِينَ سَنَةً اكْتَشَفْنَا أَنَّ كُلَّ الْمَجْهُودِ الَّذِي عَمِلْنَاهُ كَانَ مَجْهُودًا فَاضِيًا! لَقَدِ اكْتَشَفْنَا أَنَّ وُجُودَنَا يَسْتَمِدُّ مِنَ القُوَّةِ وَلَيْسَ مِنَ الحَقِّ، فَكُلُّ الْأَرَاضِي الَّتِي اسْتَرْجَعْنَاهَا بِالقَانُونِ صَارَتْ مُسْتَوْطَنَاتٍ وَرَاحَتْ تَحْتَ السِّلَاحِ»
“We exerted immense effort in recovering lands through the law, consulting Ottoman state archives to establish property boundaries, and succeeded in legally reclaiming many estates. But now, forty years later, we have discovered that all our legal efforts were in vain! We discovered that our existence is derived from power, not legal rights alone. All the lands we recovered through courts and archives became settlements and were lost under the barrel of the gun!”
This historical lesson reinforces the poetry of Abu Tammam (أَبُو تَمَّامٍ) in his famous ode on the victory of Amorion:
السَّيْفُ أَصْدَقُ أَنْبَاءً مِنَ الْكُتُبِ * فِي حَدِّهِ الْحَدُّ بَيْنَ الْجِدِّ وَاللَّعِبِ أَجَبْتَهُ بِحُسَامِ السَّيْفِ مُنْصَلِتًا * وَلَوْ أَجَبْتَ بِغَيْرِ السَّيْفِ لَمْ تُجِبِ
“The sword gives truer news than books; in its edge lies the boundary between earnestness and play! You answered him with a drawn, sharp sword; had you answered with other than the sword, you would not have answered!”
And the verse of Ahmad Shawqi:
فَقُلْ لِبَانٍ بِقَوْلٍ رُكْنَ مَمْلَكَةٍ * عَلَى الْكَتَائِبِ تُبْنَى الْمِلْكُ لَا الْكُتُبُ
“Say to him who seeks to build a kingdom through speech: Kingdoms are built upon armed battalions, not books!”
To summarize the definitive response to the claim that Islam spread by the sword and whether it befitted the Prophet of Mercy to fight:
The transformative impact of military power in establishing respect for truth is summarized in a timeless historical observation:
«لَمَّا جَاءَهُمُ النَّبِيُّ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ بِبِلَا قُوَّةٍ وَبِلَا سَيْفٍ قَالُوا لَهُ: تَبًّا لَكَ أَلِهَذَا جَمَعْتَنَا؟ وَلَمَّا جَاءَهُمْ بِعَشَرَةِ آلَافِ سَيْفٍ فِي الْفَتْحِ قَالُوا: أَخٌ كَرِيمٌ وَابْنُ أَخٍ كَرِيمٍ!»
“When the Prophet Muhammad ﷺ came to them in Makkah without power and without a sword, they said to him: ‘May you perish! Was it for this that you gathered us?’ But when he came to them with ten thousand swords at the Conquest of Makkah, they said: ‘A noble brother and the son of a noble brother!’”
This is the reality of the world: truth requires power to shield it, so that justice may reign supreme under the shade of divine mercy.
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Eine staatsrechtliche, historische und philosophische Gesamtanalyse über das Verhältnis von Macht, Gerechtigkeit, Kampfführung und Glaubensfreiheit im Islam aus der Analyseperspektive von Dr. Muhammad Elhamy.
In der modernen Debatte über die islamische Geschichte begegnet uns immer wieder eine zentrale, oft polemisch vorgetragene Behauptung: Der Islam sei eine Religion, die sich durch das Schwert, Zwang und militärische Unterwerfung ausgebreitet habe. Aus dieser Prämisse leiten Kritiker die rhetorische Frage ab, wie es sich für einen Propheten, der als Barmherzigkeit für die Welten und als Symbol der Menschlichkeit beschrieben wird, geziemt habe, ein Schwert zu tragen, Heere anzuführen und Kriege zu führen.
Um diese Thematik wissenschaftlich fundiert aufzuarbeiten, müssen wir zunächst eine fundamentale Unterscheidung treffen, die in westlichen und säkularen Diskursen meist vorsätzlich oder fahrlässig vermengt wird: Wir müssen strikt unterscheiden zwischen der geistigen Verbreitung des Glaubens als persönlicher Überzeugung (Intishar al-Din) einerseits und der geopolitischen Expansion eines staatlichen Souveräns (Tawassu’ al-Dawlah) andererseits.
Wer behauptet, der islamische Glaube sei den Menschen durch das Schwert aufgezwungen worden, ignoriert nicht nur die eindeutigen Texte des Quran, sondern auch die unbestreitbaren historischen Tatsachen. Wer jedoch leugnet, dass sich der islamische Staat durch militärische Macht ausgedehnt hat, blendet die universellen Gesetze der Zivilisationsgeschichte aus. Kein Staat der Weltgeschichte konnte ohne Macht bestehen oder expandieren.
Der Einwand, eine wahrhaftige und göttliche Botschaft müsse sich ausschließlich durch das schöne Wort, den friedlichen Dialog und die argumentative Überzeugung durchsetzen, basiert auf einer romantischen, weltfremden Wunschvorstellung über die Natur des Menschen. Ein solches Idealbild, in dem Menschen die Wahrheit annehmen, sobald sie sie erkennen, und das Gute tun, sobald man es ihnen erklärt, existiert allenfalls in Kindergeschichten und Wunschdenken, nicht jedoch in der realen Menschheitsgeschichte.
Die Wirklichkeit des Menschen zeigt, dass die Erkenntnis des Rechts keineswegs ausreicht, um ihn nach dem Recht handeln zu lassen. Wie oft begeht der Mensch Unrecht, obwohl er genau weiß, dass es Unrecht ist? Die Ursachen hierfür liegen in den tiefen Abgründen der menschlichen Psyche:
«إِنَّا وَجَدْنَا آبَاءَنَا عَلَى أُمَّةٍ وَإِنَّا عَلَى آثَارِهِمْ مُقْتَدُونَ» „Wir haben bereits unsere Väter auf einem bestimmten Weg gefunden, und wir folgen ihren Spuren.“
Der Quran stellt klar, dass der Mensch in der Masse leicht vom Bösen verführt werden kann. Als Iblees aus dem Paradies vertrieben wurde, schwor er:
«فَبِعِزَّتِكَ لَأُغْوِيَنَّهُمْ أَجْمَعِينَ * إِلَّا عِبَادَكَ مِنْهُمُ الْمُخْلَصِينَ» (Sure Sad: 82–83) „Bei Deiner Macht, ich werde sie ganz gewiss alle irreführen, außer Deinen auserwählten Dienern unter ihnen!“
Und an anderer Stelle bekräftigt der Satan seine feste Absicht:
«ثُمَّ لَآتِيَنَّهُمْ مِنْ بَيْنِ أَيْدِيهِمْ وَمِنْ خَلْفِهِمْ وَعَنْ أَيْمَانِهِمْ وَعَنْ شَمَائِلِهِمْ وَلَا تَجِدُ أَكْثَرَهُمْ شَاكِرِينَ» (Sure Al-A’raf: 17) „Hierauf werde ich gewiss von vorn und von hinten, von ihrer Rechten und von ihrer Linken über sie kommen; und Du wirst die meisten von ihnen nicht dankbar finden.“
Dies spiegelt sich auch im authentischen Hadith wider, in dem Allah am Tage des Gerichts zu Adam sagt, er solle den zugewiesenen Anteil (Gruppe) des Höllenfeuers herausführen (Ba’th al-Nar):
«أَخْرِجْ بَعْثَ النَّارِ… مِنْ كُلِّ أَلْفٍ تِسْعَمِائَةٍ وَتِسْعَةً وَتِسْعِينَ فِي النَّارِ وَوَاحِدًا فِي الْجَنَّةِ» „Führe den Anteil des Höllenfeuers heraus… Von je tausend Menschen gehen 999 ins Feuer und einer in den Garten!“
Sogar die Propheten – die edelsten Geschöpfe Gottes mit der reinsten Barmherzigkeit und der beredtesten Sprache – wurden von ihren Völkern oft abgelehnt. Der Prophet Muhammad ﷺ berichtete über die Schau der vergangen Gemeinschaften:
«يَأْتِي النَّبِيُّ يَوْمَ الْقِيَامَةِ وَمَعَهُ الرَّجُلُ، وَيَأْتِي النَّبِيُّ وَمَعَهُ الرَّجُلَانِ، وَيَأْتِي النَّبِيُّ وَلَيْسَ مَعَهُ أَحَدٌ» „Am Tage der Auferstehung wird ein Prophet kommen, der nur einen einzigen Gefolgsmann hat; ein anderer kommt mit zwei Gefolgsleuten, und wieder ein Prophet kommt, der keinen einzigen Gefolgsmann bei sich hat!“
Wenn also selbst fehlerfreie Propheten mit der reinen Wahrheit ohne den Schutz von Macht abgewiesen und verfolgt wurden, wird deutlich: Das Recht, das nicht von Macht geschützt wird, wird in dieser Welt zertreten.
Wäre der Mensch so veranlagt, dass er allein durch die Erkenntnis der Wahrheit zur Gerechtigkeit findet, gäbe es auf dieser Erde weder Staaten noch Gerichte, weder Polizeiorgane noch Streitkräfte oder Gesetzbücher. Bei jeder Meinungsverschiedenheit würden sich die Menschen zusammensetzen, einander überzeugen oder sich dem Urteil eines Weisen beugen.
Dass in der Menschheitsgeschichte jedoch Staaten, Justizsysteme, Streitkräfte und Sicherheitsapparate entstanden sind, ist der unwiderlegbare Beweis dafür, dass das Recht ohne zwingende Macht wirkungslos bleibt. Es braucht eine exekutive Gewalt, die dem Schwachen sein Recht garantiert und es dem Starken gewaltsam entreißt.
Der Dichter drückte diese traurige Realität der menschlichen Schwäche wie folgt aus:
«أَتَحْنُو عَلَيْكَ قُلُوبُ الْوَرَى * إِذَا دَمْعُ عَيْنَيْكَ يَوْمًا جَرَى» «وَهَلْ يَرْحَمُ الْحَمَلَ الْمُسْتَضَامَ * ذِئَابُ الْفَلَا وَأُسُودُ الشَّرَى» «لَقَدْ سَمِعَ النَّسْرُ نَوْحَ الْحَمَامِ * فَلَمْ يَعْفُ عَنْهَا وَلَمْ يَعْذِرَا» «بَلِ انْقَضَّ ظُلْمًا لِيَغْتَالَهَا * وَأَنْشَبَ فِي نَحْرِهَا الْمِنْصَرَا» «فَمَا رَدَّ عَنْهَا الأَذَى ضُعْفُهَا * وَلَا أَنَّهَا مَا جَنَتْ مُنْكَرَا» „Wählen etwa die Herzen der Menschen Mitleid mit dir, wenn eines Tages deine Tränen fließen? Erbarmen sich etwa die Wölfe der Einöde und die Löwen des Dickichts des unterdrückten Lammes? Der Adler hörte das Klagen der Taube, doch er begnadigte sie nicht und entschuldigte sie nicht; vielmehr stürzte er in Tyrannei herab, um sie zu ermorden, und schlug seine Krallen in ihren Hals. Weder beugte ihre Schwäche das Unheil von ihr ab, noch dass sie jemals etwas Böses getan hatte!“
Wir sehen dieses Prinzip täglich in der Gegenwart: Bei der Aggression gegen Gaza im Al-Aqsa-Menschheitsdrama stehen alle rechtlichen Argumente auf Seiten der Unterdrückten. Der Internationale Gerichtshof (IGH) und der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) haben Haftbefehle erlassen und Urteile gefällt. Dennoch geht die Zerstörung weiter. Warum? Weil Recht ohne vollziehende militärische Macht in der Welt der Geopolitik wirkungslos bleibt.
Imam Ibn Taymiyyah (ابْنُ تَيْمِيَّةَ) fasste diese menschliche Neigung zur Machtanmaßung prägnant zusammen:
«فِي كُلِّ إِنْسَانٍ فِرْعَوْنُ، إِلَّا أَنَّ بَعْضَهُمْ قَدَرَ فَأَظْهَرَ، وَبَعْضَهُمْ عَجَزَ فَأَضْمَرَ» „In jedem Menschen steckt ein Pharao; die einen besitzen Macht und bringen ihn zum Vorschein, die anderen sind ohnmächtig und verbergen ihn!“
Auch der tunesische Dichter Abu al-Qasim al-Shabbi (أَبُو الْقَاسِمِ الشَّابِّيُّ) unterstrich dieses Gesetz:
«لَا رَأْيَ لِلْحَقِّ الضَّعِيفِ وَلَا صَدَى * وَالرَّأْيُ رَأْيُ الْقَاهِرِ الْغَلَّابِ» «لَا عَدْلَ إِلَّا إِنْ تَعَادَلَتِ الْقُوَى * وَتَصَادَمَ الإِرْهَابُ بِالإِرْهَابِ» „Das geschwächte Recht besitzt weder Stimme noch Widerhall; die Entscheidung trifft allein der Sieger und Bezwinger! Es gibt keine Gerechtigkeit, es sei denn, die Kräfte sind im Gleichgewicht und Terror prallt auf Terror!“
Ebenso formulierte es der große ägyptische Jurist Abd al-Razzaq al-Sanhuri Pasha (عَبْدُ الرَّزَّاقِ السَّنْهُورِيُّ):
«الْقَانُونُ يَحْكُمُ بَيْنَ قَوِيَّيْنِ أَوْ بَيْنَ ضَعِيفَيْنِ، أَمَّا بَيْنَ قَوِيٍّ وَضَعِيفٍ فَلَا قَانُونَ، الْقُوَّةُ هِيَ الْقَانُونُ» „Das Gesetz herrscht zwischen zwei Starken oder zwischen zwei Schwachen. Was jedoch das Verhältnis zwischen einem Starken und einem Schwachen betrifft, so gibt es kein Gesetz – dort ist die Macht das Gesetz!“
Und der Fürst der Dichter, Ahmad Shawqi (أَحْمَد شَوْقِي), antwortete auf die Unterstellung, der Prophet habe grundlos gekämpft:
«قَالُوا غَزَوْتَ وَرُسْلُ اللَّهِ مَا بُعِثُوا * لِقَتْلِ نَفْسٍ وَلَا جَاؤُوا لِسَفْكِ دَمِ» «جَهْلٌ وَتَضْلِيلُ أَحْلَامٍ وَسَفْسَطَةٌ * فَتَحْتَ بِالسَّيْفِ بَعْدَ الْفَتْحِ بِالْقَلَمِ» «لَمَّا أَتَى لَكَ طَوْعًا كُلُّ ذِي كَرَمٍ * تَكَفَّلَ السَّيْفُ بِالْجُهَّالِ وَالْعَمَمِ» «وَالشَّرُّ إِنْ تَلْقَهُ بِالْخَيْرِ ضِقْتَ بِهِ * ذَرْعًا وَإِنْ تَلْقَهُ بِالشَّرِّ يَنْحَسِمِ» „Sie sagten: Du hast gekämpft, wo doch die Gesandten Gottes nicht gesandt wurden, um Seelen zu töten oder Blut zu vergießen! Das ist Unwissenheit, Täuschen von Träumen und Sophistik; du hast mit dem Schwert geöffnet, nachdem du zuvor mit der Feder geöffnet hattest! Als jeder Edle dir freiwillig folgte, übernahm das Schwert die Unwissenden und die Masse; denn begegnest du dem Bösen mit Gutem, gehst du daran zugrunde, begegnest du ihm aber mit Härte, wird es zerschlagen!“
Und in seinem berühmten Gedicht Salu Qalbi (سَلُوا قَلْبِي) schrieb Ahmad Shawqi (أَحْمَد شَوْقِي) weiter:
«سَلُوا قَلْبِي غَدَاةَ سَلَا وَثَابَا * لَعَلَّ عَلَى الْجَمَالِ لَهُ عِتَابَا» «وَعَلَّمَنَا بِنَاءَ الْمَجْدِ حَتَّى * أَخَذْنَا أَمْرَ الْأَرْضِ اغْتِصَابَا» «فَمَا نَيْلُ الْمَطَالِبِ بِالتَّمَنِّي * وَلَكِنْ تُؤْخَذُ الدُّنْيَا غِلَابَا» «وَمَا اسْتَعْصَى عَلَى قَوْمٍ مَنَالٌ * إِذَا الْإِقْدَامُ كَانَ لَهُمْ رِكَابَا» „Fragt mein Herz an dem Morgen, an dem es vergaß und wieder zu sich kam, ob es dem Schönen etwas vorzuhalten hat! Er lehrte uns den Aufbau des Ruhms, bis wir die Herrschaft der Erde mit Stärke ergriffen! Das Erreichen der Ziele geschieht nicht durch Wünsche, sondern die Welt wird durch Sieg und Kampf errungen! Und kein Ziel bleibt einem Volk verwehrt, wenn der Mut ihr Reittier ist!“
Hier müssen wir mit absoluter Klarheit formulieren: Ist der islamische Glaube durch das Schwert verbreitet worden? Nein, unmissverständlich nein! Hat sich das islamische Staatswesen durch das Schwert und militärische Macht ausgedehnt? Ja, selbstverständlich ja – genau wie jedes andere Staatswesen in der Zivilisationsgeschichte.
Der Quran verankert das Prinzip der absoluten Gewissensfreiheit im Glauben durch unmissverständliche Texte:
«لَا إِكْرَاهَ فِي الدِّينِ قَدْ تَبَيَّنَ الرُّشْدُ مِنَ الْغَيِّ» (Sure Al-Baqarah: 256) „Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist ja klar geworden gegenüber dem Irrtum.“
Und Allah spricht zu Seinem Propheten:
«وَلَوْ شَاءَ رَبُّكَ لَآمَنَ مَنْ فِي الْأَرْضِ كُلُّهُمْ جَمِيعًا أَفَأَنْتَ تُكْرِهُ النَّاسَ حَتَّى يَكُونُوا مُؤْمِنِينَ» (Sure Yunus: 99) „Und wenn dein Herr wollte, würden gewiss alle auf der Erde gläubig werden, sie alle zusammen. Willst du etwa die Menschen zwingen, bis sie gläubig werden?“
Im islamischen Recht ist ein erzwungener Übertritt zum Islam staatsrechtlich und theologisch ungültig. Die Völker in den geöffneten Gebieten (wie die koptischen Christen in Ägypten, die Maroniten in Sham oder die Hindus in Indien) behielten über Jahrhunderte ihren Glauben, ihre Kirchen und ihre Lebensweise unter dem Schutzvertrag der Ahl al-Dhimmah. Sie zahlten lediglich die Jizyah – eine minimale Schutzsteuer, die sie vom Militärdienst befreite und ihnen absolute innere Autonomie garantierte.
Das Römische Reich beispielsweise begann als kleine bäuerliche Siedlung in Rom. Als feindliche Stämme sie angriffen und um 40 Jahre zurückwarfen, erkannten die Römer, dass friedlicher Ackerbau allein sie zur Beute träger, kriegerischer Nachbarn macht. Sie stiegen auf und expandierten, bis das Mittelmeer zu einem römischen Binnensee (Mare Nostrum) wurde. Ist das Expansion durch das Schwert oder durch Blumen? Es war die Ausdehnung eines Staates durch militärische Macht.
Selbst wenn wir hypothetisch annehmen würden, dass der islamische Staat friedlich in seinen Grenzen verblieben wäre, hätte der Konflikt nicht vermieden werden können. Die Geschichte lehrt uns, dass der Batil (das Unrecht und die Tyrannei) die bloße Existenz des Haqq (der Wahrheit und Gerechtigkeit) nicht ertragen kann.
Ein Staat, der auf Freiheit, Gerechtigkeit und der alleinigen Unterwerfung unter den Schöpfer basiert, stellt durch seine bloße Existenz eine tödliche Bedrohung für alle Systeme dar, die auf der Knechtung von Menschen beruhen.
Wenn wir die Sira des Propheten Muhammad ﷺ untersuchen, sehen wir, dass die Ungläubigen Makkahs (قُرَيْشٌ) den Konflikt von der ersten Stunde an militärisch und gewaltsam schürten:
Verfolgung in Makkah (مَكَّةُ): Boykott, Folter, Tötung von Gefährten (wie Sumayyah und Yasir) und schlussendlich der Beschluss, den Propheten zu ermorden.
Vertreibung und Enteignung: Als die Muslime nach Medina (الْمَدِينَةُ) auswanderten (Al-Muhajirun), konfiszierte Quraish deren gesamtes Hab und Gut in Makkah und setzte ein Kopfgeld von 100 Kamelen auf die Ergreifung des Propheten aus.
Erpressung der Bevölkerung Medinas: Quraish sandte ein Ultimatum an die Einwohner Medinas:
„Ihr habt unseren Gefährten Zuflucht gewährt. Bei Gott, wenn ihr ihn nicht an uns ausliefert oder ihn vertreibt, werden wir alle gemeinsam gegen euch marschieren, eure Kämpfer töten und eure Frauen schänden!“
Morddrohungen gegen Pilger: Als Sa’d ibn Ubadah (سَعْدُ بْنُ عُبَادَةَ) zum Hajj nach Makkah reiste, überraschte ihn Abu Jahl (أَبُو جَهْلٍ) an der Kaaba und drohte:
«وَاللَّهِ لَوْلَا أَنَّكَ فِي جِوَارِ أَبِي أُمَيَّةَ لَمَا خَرَجْتَ مِنْهَا سَالِمًا» „Bei Gott, wärst du nicht im Schutz von Abu Umayyah, wärst du hier nicht lebend herausgekommen!“
Worauf Sa’d erwiderte:
«وَاللَّهِ لَوْ مَنَعْتَنِي الْبَيْتَ لَمَنَعْتُكَ طَرِيقَكَ إِلَى الشَّامِ» „Bei Gott, wenn du mich am Haus verwehrst, werde ich dir deinen Handelsweg nach Sham versperren!“
Der Krieg war von Seiten der Tyrannei erklärt. Der islamische Staat in Medina hatte keine Wahl, als Aufrüstung zu betreiben und das Schwert zu ergreifen, um sein Überleben zu sichern.
Darüber hinaus besitzt ein starker Staat die ethische Pflicht, unterdrückten Völkern zur Hilfe zu eilen. Der Quran befiehlt:
«وَمَا لَكُمْ لَا تُقَاتِلُونَ فِي سَبِيلِ اللَّهِ وَالْمُسْتَضْعَفِينَ مِنَ الرِّجَالِ وَالنِّسَاءِ وَالْوِلْدَانِ الَّذِينَ يَقُولُونَ رَبَّنَا أَخْرِجْنَا مِنْ هَذِهِ الْقَرْيَةِ الظَّالِمِ أَهْلُهَا» (Sure Al-Nisa’: 75) „Was ist mit euch, dass ihr nicht auf dem Wege Allahs kämpft und für die Unterdrückten unter den Männern, Frauen und Kindern, die sagen: Unser Herr, bringe uns heraus aus dieser Stadt, deren Bewohner Ungerechte sind!“
Wenn man untersucht, wie der Prophet Muhammad ﷺ das Schwert einsetzte, wird deutlich, dass seine Kriege die ethischsten und humansten Konflikte der gesamten Menschheitsgeschichte waren.
Der Prophet Muhammad ﷺ zog in 27 Feldzüge (Ghazawat). In lediglich neun dieser Feldzüge kam es überhaupt zu tatsächlichen Kampfhandlungen! In allen anderen Fällen führten die Schnelligkeit der Vorbereitung, die militärische Abschreckung und die strategische Überlegenheit dazu, dass die Feinde wichen und Blutvergießen vermieden wurde. Die Gesamtzahl der Gefallenen auf beiden Seiten über alle Feldzüge hinweg lag bei unter 1.200 Menschen – eine im Vergleich zu westlichen Filmen und Weltkriegen verschwindend geringe Zahl.
Im islamischen Völkerrecht (Fiqh al-Jihad) gelten strengste Regeln:
Der französische Historiker Gustave Le Bon gestand in seinem Werk La Civilisation des Arabes ein:
«فَلَمْ يَعْرِفِ التَّارِيخُ فَاتِحِينَ مُتَسَامِحِينَ مِثْلَ الْعَرَبِ، وَلَا دِينًا مِثْلَ دِينِهِمْ» „Die Geschichte hat keine toleranteren und barmherzigeren Eroberer gekannt als die Araber, und keine Religion wie die ihre!“
Als der Prophet ﷺ im Jahre 8 n.H. mit 10.000 Kämpfern zur Befreiung Makkahs einrückte, rief der Gefährte Sa’d ibn Ubadah (سَعْدُ بْنُ عُبَادَةَ) im Eifer des Gefechts:
«الْيَوْمَ يَوْمُ الْمَلْحَمَةِ، الْيَوْمَ تُسْتَحَلُّ الْحُرْمَةُ» „Heute ist der Tag der Schlacht! Heute wird das Heiligtum entweiht!“
Als der Prophet ﷺ dies hörte, korrigierte er ihn sogleich aufs Schärfste:
«كَذَبَ سَعْدٌ، وَلَكِنَّ هَذَا يَوْمُ الْمَرْحَمَةِ، الْيَوْمَ يُعَظِّمُ اللَّهُ فِيهِ الْكَعْبَةَ» „Sa’d hat sich geirrt! Vielmehr ist heute der Tag der Barmherzigkeit; heute ist der Tag, an dem Allah die Kaaba erhebt!“
Und nachdem er die Stadt ohne Blutvergießen eingenommen hatte, sprach er zu seinen einstigen Folterern und Todfeinden:
«مَا تَظُنُّونَ أَنِّي فَاعِلٌ بِكُمْ؟» „Was meint ihr, wie ich nun mit euch verfahren werde?“
Sie antworteten: „Ein edler Bruder und der Sohn eines edlen Bruders!“ Darauf verkündete der Prophet ﷺ die universelle Begnadigung:
«اذْهَبُوا فَأَنْتُمُ الطُّلَقَاءُ» „Geht hin, denn ihr seid frei!“
Darüber hinaus bewies der Vertrag von Hudaybiyyah (Sulh al-Hudaybiyyah / صُلْحُ الْحُدَيْبِيَةِ), dass der Prophet ﷺ stets den Verhandlungstisch bevorzugte, wenn die Gegenpartei Frieden wünschte.
Ein häufig missverstandener Hadith lautet:
«أُمِرْتُ أَنْ أُقَاتِلَ النَّاسَ حَتَّى يَشْهَدُوا أَنْ لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ وَأَنَّ مُحَمَّدًا رَسُولُ اللَّهِ…» „Mir wurde befohlen, die Menschen zu bekämpfen, bis sie bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist…“
Rechtsgelehrte und Historiker haben den Gehalt dieses Hadiths präzise bestimmt: Das Ziel der Kampfführung ist die Errichtung der Souveränität und Oberhoheit des islamischen Wertesystems (Haymanat al-Islam), nicht die erzwungene Konversion von Individuen. Sobald die islamische Staatsordnung anerkannt wird, genießen Nicht-Muslim als Schutzbefohlene (Ahl al-Dhimmah) volle Glaubensfreiheit und Rechtsschutz.
Kalif Umar ibn al-Khattab (عُمَرُ بْنُ الْخَطَّابِ) wandte die Praxis der Schriftbesitzer sogar auf die Feueranbeter Persiens an («سُنُّوا بِهِمْ سُنَّةَ أَهْلِ الْكِتَابِ»), und spätere Gelehrte dehnten dies auf die Hindus in Indien aus.
In den Schriften der anderen Religionen finden sich im Übrigen noch weit schärfere Aussprüche. Im Evangelium nach Matthäus (إِنْجِيلُ مَتَّى – Kapitel 10, Vers 34–36) spricht Jesus:
«لَا تَظُنُّوا أَنِّي جِئْتُ لِأُلْقِيَ سَلَامًا عَلَى الْأَرْضِ، مَا جِئْتُ لِأُلْقِيَ سَلَامًا بَلْ سَيْفًا…» „Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert!“
Die Erfahrung der Menschheit zeigt, dass bloße juristische Ansprüche, historische Dokumente und UN-Resolutionen ohne militärische Stärke wertlos bleiben.
Der ägyptische Freiheitskämpfer Ahmad Urabi (أَحْمَد عُرَابِي) schrieb 1882 in seinen Memoiren über die Scheinheiligkeit der britischen Kolonialmacht, die den Ägyptern verbot, ihre eigenen Küstenbefestigungen zu reparieren:
«وَقَدْ كُنَّا نَعْجَبُ كَيْفَ أَنَّ تَعْمِيرَ الْقِلَاعِ عَلَى شَوَاطِئِنَا هُوَ دَاءٌ عَلَى شَرَفِ الْجَيْشِ الْبَرِيطَانِيِّ، بَيْنَمَا وُرُودُ الْبَوَارِجِ إِلَيْنَا حَتَّى شَوَاطِئِنَا هُوَ نَوْعٌ مِنَ الدِّفَاعِ عَنِ النَّفْسِ» „Wir wunderten uns darüber, wie die Instandsetzung von Festungen an unseren eigenen Küsten als Verstoß gegen die Ehre der britischen Armee gewertet wurde, während das Eindringen britischer Kriegsschiffe bis an unsere Küsten als eine Art von Selbstverteidigung dargestellt wurde!“
Der palästinensische Jurist Ahmad al-Shuqairi (أَحْمَد الشُقَيْرِيُّ), Gründer der PLO, verbrachte 40 Jahre damit, in osmanischen Archiven Eigentumsnachweise für palästinensisches Land zu recherchieren und Prozesse zu führen. Sein bittersüßes Fazit lautete:
„Nach 40 Jahren juristischen Kampfes haben wir erkannt, dass unser Bestehen auf der Erde von Macht abhängt, nicht von Akten. Alle Ländereien, die wir vor Gerichten zurückgewannen, wurden schlussendlich von feindlichen Waffen besetzt und in Siedlungen verwandelt.“
Dichter Abu Tammam (أَبُو تَمَّامٍ) brachte dies in seiner Al-Qasīda al-Amūriyya (القَصِيدَة العَمُورِيَّة) auf den Punkt:
«السَّيْفُ أَصْدَقُ أَنْبَاءً مِنَ الْكُتُبِ * فِي حَدِّهِ الْحَدُّ بَيْنَ الْجِدِّ وَاللَّعِبِ» «أَجَبْتَهُ بِحُسَامِ السَّيْفِ مُنْصَلِتًا * وَلَوْ أَجَبْتَ بِغَيْرِ السَّيْفِ لَمْ تُجِبِ» „Das Schwert ist wahrhaftiger in seinen Kunde als die Bücher; in seiner Schärfe verläuft die Grenze zwischen Ernst und Spiel! Du hast ihm mit dem entblößten Schwert geantwortet; hättest du mit etwas anderem geantwortet, hättest du gar nicht geantwortet!“
Und Ahmad Shawqi (أَحْمَد شَوْقِي) dichtete an Atatürk:
«فَقُلْ لِبَانٍ بِقَوْلٍ رُكْنَ مَمْلَكَةٍ * عَلَى الْكَتَائِبِ يُبْنَى الْمُلْكُ لَا الْكُتُبِ» „Sprich zu demjenigen, der mit bloßen Worten das Fundament eines Reiches bauen will: Auf Bataillonen wird die Herrschaft errichtet, nicht auf Büchern!“
Zusammenfassend lässt sich das Verhältnis von Macht und Glauben im Islam wie folgt auf den Punkt bringen:
Als der Prophet ﷺ ohne Macht in Makkah rief, spotteten die Tyrannen: «تَبًّا لَكَ أَلِهَذَا جَمَعْتَنَا» („Mögest du zugrunde gehen, hast du uns etwa hierfür versammelt?“). Als er jedoch am Tag der Befreiung Makkahs mit 10.000 Schwertern einrückte, neigten sie die Köpfe und sagten: «أَخٌ كَرِيمٌ وَابْنُ أَخٍ كَرِيمٍ» („Ein edler Bruder und der Sohn eines edlen Bruders!“).
Das ist der Lauf dieser Welt: Die Wahrheit benötigt das Schwert der Macht, um auf Erden aufrecht zu stehen.
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